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2015-10-17

SWANS - The Gate

Michael Gira hat die finale Runde eingeläutet - für die Swans in ihrer jetzigen Form.

Das heißt, es wird zwar danach weitergehen, aber vermutlich mit neu ausgerichtetem Konzept? Line-Up? Arbeitsrhythmus? Wer weiß? Der Meister selbst weiß anscheinend selbst auch noch nicht, wie genau die Swans nach 2016 aussehen werden.

Die letzten fünf Jahre war die Band ja damit dauerbeschäftigt, live ohrenzerfetzend kakophonische Monumente aus im Kern doch immer noch erstaunlich musikalischem Lärm aufzutürmen und wieder einzureißen, die auf jedem Konzert anders herabfallenden Fragmente im Studio zu etwas ganz neuem zusammenzubauen und danach wieder vor Publikum zu dekonstruieren.

Jetzt gerade arbeitet diese Swans-Inkarnation also an ihrem letzten, noch unbetitelten Album, um danach noch einmal im Stile der letzten beiden Tourneen Angst und Ohrenklingeln zu verbreiten.

Finanziert werden die aufwendigen Aufnahmen einmal mehr durch Vorbestellungen, zu denen es wieder eine exklusive Live-Doppel-CD gibt, diesmal in einer handsignierten und -nummerierten Auflage von 2500 Stück.

Nr. 403 / 2500


SWANS - The Gate (2015)

Im Grunde könnte ich an dieser Stelle auf mein Review zu "Not Here / Not Now" verweisen, die den aktuellen Stand der Dinge zwischen den letzten beiden Studioalben "The Seer" und "To Be Kind" dokumentierte.

Wieder ist das Cover bei jedem einzelnen Exemplar unterschiedlich gestaltet, man hat also nicht nur ein limitiertes Album, sondern auch äußerlich sichtbar tatsächlich ein Unikat in der Hand.
Dazu gibt es einen Beipackzettel mit Liner Notes zu jedem Track.

Auch die Aufteilung ist wieder ähnlich: Auf anderthalb CDs sind Liveaufnahmen zu hören, die zeigen, wohin sich die Stücke von "To Be Kind" entwickelt haben, und woraus möglicherweise neue Ideen für das kommende Album generiert wurden.
Der Rest gehört Michael Gira alleine an der Gitarre, und er präsentiert uns ein paar Songframente und Rhythmusgitarren-Ideen in ihrem frühen Demostadium.

Was sich daraus letztendlich entwickeln wird, kann man natürlich nicht sagen. Vermutlich geht vieles wieder in ganz andere Richtungen. Bisher werden sowohl brachialer Krach, hypnotysche Ryhthmen, balladeske Töne, als auch lange experimentell-atmosphärische Passagen angedeutet. Wie die Gewichtung im Studio ausfallen wird, muss sich dann zeigen.

Entscheidend für diese Veröffentlichung hier ist jedoch, dass sie problemlos auch für sich alleine stehen kann.

Die Liveaufnahmen aus dem berliner Berghain sind allesamt gnadenlos gelungen und zeigen die Band in Bestform. Gleich drei Tracks bewegen sich rund um die Dreißig-Minuten-Marke. Und wer sich "The Gate" jetzt noch besorgt (was nicht billig sein dürfte), der weiß eh genau, dass jede Minute davon sinnvollst investierte Lebenszeit ist.

Die Demos sind eine sympathische Zugabe, die nicht nur wirklich gut hörbar ist und die Vorfreude aufs nächste Werk anfeuert, sondern auch einfach davon zeugt, dass Meister Gira ein Kümmerer ist, der seine Fans wirklich gern hat.


Es gilt also weiterhin: Die Swans machen keine halben Sachen und verbreiten tonnenweise Liebe. Wenn's sein muss auch mit Gewalt.
 

Anspieltipps: A Little God In My Hands, Frankie M., People Like Us, Apost / Cloud Of Unforming

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