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2015-06-14

SULPHUR AEON - Gateway To The Antisphere

Was machen eigentlich Morbid Angel? *

Falls sie immer noch "The Satanist" von Behemoth hören und sich fragen, wie zum Cthulhu diesem Scheiß mit ihrem nächsten Release das Wasser reichen können, dann sollten sie mal kurz innehalten und ihre Ohren gen Deutschland schweifen lassen.

Denn hierzulande entfesselt eine ebenfalls dem Stil der großen Altmeister folgende Death Metal-Band gerade ganz gewaltig das kosmische Chaos!
 


SULPHUR AEON - Gateway To The Antisphere (2LP) (2015)

Ich nehme den einen einsamen Negativkritikpunkt gleich vorweg: Wer seiner vorbildlich verpackten LP-Post so viele Aufkleber und Flyer beilegt wie Ván Records, der könnte dem so erzeugten guten ersten Eindruck schon gerne noch mit einem Download-Code fürs erstandene Produkt das Sahnehäubchen aufsetzen. Und eine willkommene Abgrenzung zu z.B. Nuclear Blast oder Century Media, die in dieser Hinsicht ebenfalls den Zeitgeist ignorieren, wäre dies auch.

Ansonsten ist das Package, welches man mit Sulphur Aeons "Gateway To The Antisphere" bekommt, schon gewaltig: Unter einer stilvoll schlichtbösen Papphülle verbirgt sich das wohl epischste Metal-Cover seit... seit Äonen. So viele Details - da muss man selbst im LP-Format ganz genau hinschauen, um alles zu entdecken. Und wer gar nicht mehr die Augen davon lassen mag, der kann es sich auch als ähnlich großes, beiliegendes Poster an die Wand hängen.

Weitere Beigaben sind drei Sticker mit Illustrationen zu bestimmten Songs. Diese und andere Zeichnungen finden sich auch im großformatigen Textbooklet wieder.
Die Lyrics sind übrigens zu hundert Prozent von H.P. Lovecraft und seinen "Großen Alten" (Azagthoth, Yog-Sothoth, Chtulhu usw.) beeinflusst und beschreiben im Grunde all das, was so auf dem Covergemälde untergebracht ist.

Die Musik selbst spielt auf drei Schallplattenseiten, Seite D ist also überschüssig und wurde deswegen als weiteres optisches i-Tüpfelchen verziert.

Nein, ich kann mich nicht beschweren, dass es zu wenig zu kucken und zu lesen gibt, während man sich "Gateway To The Antisphere" zu Gemüte führt.


Die Verpackung setzt die Messlatte für den eigentlich wichtigen Inhalt also ziemlich hoch.
Doch was es auf die Ohren gibt, stellt sich dieser Herausforderung, läuft im kurzen Opener/Intro "... To Drown This World" an und überspringt diese Latte schon im darauf folgenden "Devotion To The Cosmis Chaos" mühelos.
Und da weiß man ja noch nicht, wie sehr die Band später in "Abysshex" oder dem Titelsong noch auf den Putz hauen wird.

Egal, ob sie kolossal stampfen oder sich durch Doublebassgeknüppel und Blastbeats prügeln - Sulphur Aeon spielen tiefschwarzen Death Metal auf Weltklasseniveau. Instrumental über jeden Zweifel erhaben - und was die Stimmung angeht, so setzen sie das lovecraftsche Apokalypse-Szenarium rundum überzeugend um. Was man auch erstmal schaffen muss.
"Gateway To The Antisphere" klingt absolut gewaltig, ein Album larger than life.

Was kann ich kleiner Sterblicher schwafeln, was diesem Monstrum gerecht wird?

Wer auch nur entfernt vom Fach ist, der wird unweigerlichlich feststellen, dass "Gateway" ein zukünftiger Klassiker ist und einen Platz im Patheon der besten teutonischen Metalalben aller Zeiten verdient. Ein Meisterwerk!

Mehr Death Metal geht nicht.


Anspieltipps: Abysshex, Diluvial Ascension - Gateway To The Antisphere, Into The Courts Of Azagthoth, Seventy Steps, Calls From Below


* [EDIT] Morbid Angel haben übrigens David Vincent mal wieder durch Steve Tucker ersetzt, wie einen Tag nach Veröffentlichung dieses Reviews bekannt wurde. Irgend jemand liest das hier also doch. ;-)  Und nun überlege ich mir mal, welche Frage ich dem Kosmos als nächstes stellen möchte...

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