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2017-06-18

CULT OF LUNA - Years In A Day

Es gibt Veröffentlichungen, die sprechen so sehr für sich selbst, dass es eigentlich Unsinn ist, viele Worte über sie zu verlieren. Und es gibt Rezensenten, die ab und zu einfach mal eine halbgare Begründung für ein schreibfauleres Review als sonst brauchen.





CULT OF LUNA - Years In A Day (DVD/2CD) (2017)

Die norwegische, siebenköpfige Post Metal-Großmacht Cult Of Luna serviert mit "Years In A Day" einen gigantischen Brocken Livemusik in Bild und Ton.

Im zehn-zoll-formatigen Digipack inklusive Booklet befinden sich eine DVD, sowie zwei CDs.




Im Zentrum steht ein spezielles, beinahe zweistündiges Konzert, welches im April 2016 in Paris gefilmt wurde und auch als Audio-Download beiliegt, dazu zwei auf dem Roadburn Festival aufgenommene Shows. Eine stammt aus dem Jahr 2013, die andere, auf der sie das komplette "Somewhere Along The Highway"-Album gespielt haben, wurde unter meiner Augen- und Ohrenzeugenschaft nur zwei Tage nach Paris mitgeschnitten.


Sowohl quali- als auch quantitativ ist dieses Paket ein erschlagend mächtiges Monument. Riffgewaltiger (so heavy, dass es zwei Drummer zum Tragen braucht), fetter, größer, weiträumiger geht Metal kaum noch. Und das würdigt ja noch nicht einmal die nicht minder großartigen ruhigeren Passagen. Durch und durch fantastisch!

Cult Of Luna, Roadburn 2016
Tatsächlich ist mir das alles zu viel und zu gleichbleibend auf höchstem Niveau, um mich für Highlights entscheiden zu können (und Livealben genießt man ja sowieso am besten komplett), deswegen nenne ich unter dem Punkt diesmal nur das eine Stück, welches auf allen drei Konzerten gespielt wurde.
Es gibt bei insgesamt siebenundzwanzig Tracks noch acht weitere Doppelungen, doch insgesamt unterscheiden sich die Sets stark genug, um jedes der drei Konzerten auf "Years In A Day" zu rechtfertigen.

Die Roadburn-Shows wurden auch noch jeweils einzeln auf Vinyl veröffentlicht, sind inzwischen allerdings schon ausverkauft und demnach wahrscheinlich bald nur noch mondpreisig zu bekommen.
Ich bin mit den drei Silberscheiben allerdings schon glücklich genug.

Prädikat: uff!





Highlight: Finland


YOUN SUN NAH - She Moves On

Es muss ja nicht immer saxophonzerfetzender, fressepolierender Heavy Jazz sein. Deswegen heute mal ein Review von der sowohl stilistisch als auch kommerziell ganz anderen Seite des Genres.




YOUN SUN NAH - She Moves On (LP) (2017)

Gut vier Jahre nach "Lento" ist die koreanische Vocal-Jazz-Künstlerin Youn Sun Nah mit einem neuen Album zurück, und wie der Titel schon andeutet, geht sie hier neue Wege, lässt etwas hinter sich. Um präzise zu sein: Sie hat sich von ihrer langjährigen Band rund um Akustikgitarrist Ulf Wakenius und Perkussionist Xavier Desandre-Navarre getrennt. Auch das "Lento" prägende Akkordion ist auf "She Moves On" nicht mehr zu hören.

Um ehrlich zu sein, war ich nach dem Teaser zum Album zunächst noch etwas skeptisch, da die neue in New York versammelte Gruppe aus Pianist Jamie Saft, Brad Jones (Kontrabass), Marc Ribot (Gitarren) und Marc Ribot (Drums) zunächst einmal konventioneller erscheint.

Tatsächlich ist der Sound des Albums auch weniger experimentell und easier zu listen geraten, was sich zum Glück aber nicht als Manko erweist. Dafür ist die Performance aller Beteiligten einfach viel zu gut und variabel.

Vieles bleibt aber auch wie von den vorigen Alben gewohnt. Selbstredend gehört Youn Sun Nahs präzise artikulierende und perfekt kontrollierte Stimme als Dreh- und Angelpunkt der gesamten Kiste dazu. Auch die Titelzusammenstellung bietet wieder ein ähnliches Gemisch aus ein paar Eigenkompositionen der Sängerin und ihrer Partner, Jazzklassikern, Traditionals, sowie nicht immer jazzpolizeilich abgesegneten Covern aus verschiedenen populärmusikalischen Genres.

Wo in der Vergangenheit schon Countryhits, Metallica und die Nine Inch Nails uminterpretiert wurden, sind nun u.a. Joni Mitchell, Lou Reed und Paul Simon (Titelsong) an der Reihe.
Die Band dient meistens dem Gesang und spielt sich nur selten in den Vordergrund. Dabei erweist sie sich als äußerst flexibel und findet sowohl für den seit 1940 millionenfach gecoverten Standard "Fools Rush In", als auch für das im freejazzrockigen Freak-Out endende "Drifting" von Jimi Hendrix den richtigen Ton.

"She Moves On" ist ein entspannender und doch spannender, abwechslungsreicher Hörgenuss, was vor allem wieder für die in exzellenter Qualität gefertigte Schallplatte gilt (mit fünfzehn Euro übrigens erstaunlich günstig für eine Neuveröffentlichung), die sich in meiner Sammlung wie schon das vorletzte Youn Sun Nah-Werk "Same Girl" erneut in die Spitze der Presswerksmeisterleistungen einreiht.

Der einzige Wermutstropfen an der Schallplatte ist, dass das mit knapp neun Minuten ausladendste Stück des Album auf ihr keinen Platz mehr gefunden hat. So gibt es das künstlerische i-Tüpfelchen, den über Fender Rhodes-Piano schwebenden Fairport Convention-Song "A Sailor's Life" nur auf der CD bzw. im beiliegenden Download zu hören.


Bei der hier gegeben Fülle an Coverversionen muss man zwar relativieren, dass bei Betrachtung der einzelnen Songs das Original in den meisten Fällen unerreicht bleibt, doch als Gesamtbild ist und bleibt es beeindruckend, wie Youn Sun Nah es mit ihrer unnachahmlichen Stimme schafft, ein Kaleidoskop verschiedener Inspirationen stimmig zu vereinen.

Wunderbar!

Highlights: Drifting, A Sailor's Life, She Moves On, Traveller


#LBS 24|52 - poppy season


Sorry, that subject was just unavoidable. ;)



QUAD - Quad

Wann immer Musik sich in Extreme begibt, liegt die Frage nah, wie weit man eigentlich in diese Richtung gehen kann und wo die Grenze des für einen Erträglichen verläuft.
 
Bezieht man dies auf ungehemmtes Hippietum im Psychedelic Rock, dann ist Sulatron Records wahrscheinlich kein schlechter Ort, um diese Grenze zu finden, da ja schon viele von Herrn Sula Bassana veröffentlichte bzw. weitervertriebene Albumcover wagemutig an der Schwelle des Nö, nun ist aber gut tänzeln.
Ich persönlich jedenfalls weiß nun jedenfalls, wo die Flower-Power-Grenze für mich überschritten ist. Ort des Geschehens ist das ursprünglich vor zwanzig Jahren erschienene, nun wiederveröffentlichte Debüt des Gary-Ramon-Soloprojekts namens Quad.



QUAD - Quad (1997/2017)

Nein, es hat weder mit dem Artwork noch der Musik an sich zu tun. Dass der viertelstündige Opener "Temple" mit prominenter Sitar und Tablas nicht lauter "Indien" brüllen könnte, ist genauso wenig ein Bug, sondern ein Feature, wie der lässige Groove und die flirrende Gitarre, die im internetgeschädigten Schädel unmittelbar den Hinweis "Fans von Electric Moon - Stardust Rituals gefällt das" generiert.

Nein, dieses Stück wäre eigentlich höchst angenehmes, instrumentales Space out and chill-Material. Wenn nur dieses ewige Grillengezirpe nicht wäre! Fast den gesamten Track lang nervt es mich zu Tode. Dabei habe ich ja eigentlich gar nichts gegen Natur und die mit ihr eingehenden Viecher. Also solange sie mich nicht beißen, zwicken, stechen usw... Jetzt gerade sind meine Fenster auch geöffnet und ich lausche neben dem Bundesstraßenverkehr auch zahlreichen Vögeln. Ich finde das schön, da bin ich ganz normal, hoffe ich. Aber würde ich jedes Geträllere von da draußen für die Ewigkeit in eine Studioaufnahme sampeln? Ich weiß nicht.
Dieses Gezirpe geht jedenfalls fast den gesamten Jam lang durch und ich kann mich kaum konzentrieren, etwas anderes zu hören, möchte das Insektenviech wie Klaus Kinski als dummes Arschloch, blöde Sau, Du! beschimpfen. Und wenn es ein paar Minuten vor Schluss endlich aufhört, befindet sich das Stück schon in der Phase, wo es kontrolliert kaputtgeht. Und so sind letztendlich die ersten eigentlich vielversprechenden fünfzehn Minuten dieses Albums verschenkt.

Zur Versöhnung gibt es immerhin noch zwei weitere Stücke.

Bis auf die vergleichsweise kurze Spielzeit von siebeneinhalb Minuten ist in "Projection" an sich von fast allem zu viel: Die Orgel schwurbelt zu dominant im Vordergrund, der Flanger rauscht zu penetrant, auf der Gitarre ist ein bisschen zu viel Delay, alle Instrumente machen ein bisschen zu viel, um dieses Stück vollkommen relaxt zu halten. Und Sprachsamples braucht das Ding eigentlich auch nicht. Uneigentlich ist "Projection" in all seiner psychedelischen Auf-die-Kacke-Hauerei aber eben wegen all dieser angesprochenen Punkte perfekt so wie es ist.

Abschließend gibt es nun noch das über zwanzigminütige "Revision Mantra" zu hören. Beginnend mit einem beinah nervensägenden Sound und - oh nein! - Vogelgezwitschere, welches zunächst schlimmstes befürchten lässt, setzt sich die Wenn-schon-denn-schon-Attitüde hier konsequent fort. Das Ding braucht lange, um zum Punkt zu kommen, aber das ist auch gut so, denn wenn endlich Bass, Drums und alles andere voll im Tangerine Dream-Rausch schwelgen und die Leadgitarre dazustößt, ist man schon längst in der hypnotischen Klangschaligkeit dieses Jams gefangen. Exzellente Gehirnentspannungsmassage!

Alles in allem ist Quads "Quad" eine erfreulich konsequent durchgezogene Geschichte. Könnte man nur diese eine unerfreuliche Spur am Anfang auf stumm schalten... Ein chirpless remix auf Bandcamp anyone?
Ich empfehle, sich vorher zwölf Stunden lang in einer Box voller Grillen einsperren zu lassen, um die persönliche Toleranzschwelle zu trainieren. Oder halt den ersten Track probehören, und sich evtl. wundern, wie sehr ich mich darüber aufrege, haha.


Erhältlich ist die Scheibe aktuell auf orangem Vinyl. Es folgt demnächst ein CD-Re-Release im Doppelpack mit der Nachfolgescheibe.


Highlights: Revision Mantra, Projection


2017-06-17

PALLBEARER - Heartless

Mal sehen, ob ich es dieses Wochenende schaffe, mehr als eine oder zwei Scheiben zu rezensieren.

Ganz unten am Fuße des Berges (ok, es ist eigentlich höchstens ein Geesthügel) noch zu erledigender Schallplatten liegt eine Doom-Doppel-LP, die in diesem Jahr sicherlich zu den meistbeachtesten Veröffentlichungen des Genres zählen wird. In Kreisen geht das böse H-Wort ("Hipster") um, aber warum das so ist erschließt sich mir nicht. Wahrscheinlich reagiert man damit nur auf ein, zwei Melodien und Frisuren (oder etwa den "long playing record"-Hinweis auf dem Cover?), die einem nicht passen, was prompt den Was-der-Bauer-nicht-kennt-Effekt und die damit verbundenen Abwehrmechanismen triggert. Oder so.






PALLBEARER - Heartless (2LP) (2017)

Tatsächlich spielen Pallbearer zu mindestens achtzig Prozent ganz blütenrein klassischen Doom der Sabbath/Candlemass-Schule, der von melodischem Klargesang bestimmt wird und in dem gerne zu zweit auftretende Leadgitarren genauso wichtig sind wie die Macht des Riffs.
Allerdings ist die Band weder in Retrostrukturen gefangen noch stilistisch ultraorthodox, so dass auch Platz ist für Sludgesound und Stonerriffs, 70s Hard Rock und Iron Maiden-Worshipping, aber auch wie zu Beginn von "Dancing In Madness" für entspannte Pink Floyd-Töne.

Pallbearer live in Tilburg
Ich weiß, die bisherige Beschreibung klingt ziemlich ähnlich wie das, was ich zu den beiden Alben von Khemmis geschrieben habe. Tatsächlich sind die Bands in ein paar Passagen wirklich kaum auseinanderzuhalten. An anderen Stellen ist dies dafür aber umso einfacher. So packen Pallbearer schon ganz gerne mal das Keyboard aus und haben insgesamt einen nicht ganz so derben Sound.

"Heartless" zündet in meinen Ohren auch nicht so schnell wie  insbesondere das letzte Khemmis-Album, was in absoluter Qualität allerdings nicht allzuviel bedeutet. Der Grund dafür mag aber sein, dass Pallbearer zwar ebenfalls sehr viele Einflüsse aufgreifen, sie aber selten so konsequent ausführen. Mal klingt man schwer nach Psychotic Waltz, bleibt aber naürtlich weit von deren progressiver Knotenbildung entfernt, mal fährt man epische Yob-Hauptthemen ein, verkneift sich aber, sie zu einschüchternden, über zwanzigminütigen Doommonumenten zu mauern.
Der gesamte Grundton des Albums ist zwar sehr melancholisch, doch in die vollkommen trostlosen Abgründe des Funeral Doom stößt er selten hinab. Und die Heavy-Metal-Ohrwurmleads sind halt auf Anhieb nicht ganz so zwingend.

Eigentlich ist das Kritik, die gar keine Kritik ist. Was ich damit im Grunde nur sagen möchte, ist dass "Heartless" bei aller zweifellos vorhandenen Doommeisterschaft und durchgehend hohem Niveau doch noch die ganz mächtig geil unsterblichen Momente ein bisschen fehlen. Klingt anmaßend? - Ok, ich sage es mal anderes: Wenn hier alles konstant auf dem ganz hohen Niveau des Hauptthemas von "Lie Of Survival" oder des finalen Brockens "A Plea For Understanding" bleiben würde, dann hätten sich Pallbearer hiermit ewigkeitsgerüstet als Genregroßmacht etabliert.

Aber auch so ist "Heartless" ein durchaus sehr großes Album, welches von einem sehenswerten Artwork (plus Lyricsheets) abgerundet wird.




Bleibt eigentlich nur eine Frage: Muss ich erst noch die komplette Diskographie von Bone Man durchhören oder fällt es mir noch von alleine ein, bei welchem Song der Kieler die Band aus Arkansas am Anfang von "Thorns" die Melodie stiebitzt hat? Oder ist das etwa nur Zufall? Oder haben gar Bone Man ihrerseits bei Pallbearer...

Ich hole jetzt besser meinen Aluhut.


Highlights: Lie Of Survival, A Plea For Understanding, Dancing In Madness


2017-06-10

MNHM - Of Empires Past

So let's get my to-review-record-stack a bit smaller with a challenging album I brought with me from this year's Roadburn Festival!

I bought it right after the Cul de Sac show of the Dutch band which is spelled "Raymond Luxury Yacht" MNHM, but pronounced "Throatwobbler Mangrove" "Mannheim"- and has nothing to do with the german city of the same name. (Yup, Xavier Naidoo haters can rejoice now.)





MNHM - Of Empires Past (LP) (2017)

If I had to describe "Of Empires Past" with one picture, I'd go with a "Lego Movie" comparison and ask you to think of Cloud Cuckoo Land (the heavenly kitsch realm ruled by Princess Unikitty) as the most trancendent and escapist culmination of  epic instrumental post rock. This album is basically the brutal troops of Lord Business crushing it and burning it down.

That means MNHM take the ingredients of post rock but turn it into something exhausting and unsettling by mangling it with mathcore, sludgeheavy doom and a john zornish advantgarde mindset.

Given that half of the band consists of drummer René Aquarius and saxophonist Otto Kokke aka. the New Wave Of Dutch Heavy Jazz duet Dead Neanderthals it is a little surprising that there are only few hints of jazz to be found on this record. Up to the second last track "Enforce / Embrace" you probably wouldn't even realize that there is a saxophone participating at all, because the relentless wall of thick effect-ladden noise which covers almost the whole record is even harder to recognize as the wind instrument than when the Neanderthals are operating in drone mode like on their recent "Craters" album.

Albeit I felt a stronger free jazz vibe in MNHM's live performance, which admittedly also made a more diverse impression than the recording. "Of Empires Past" is a hard listen, yet rewarding if you make it through it. Especially the first half is a a constant excercise in teasing and denial. The carrot of majestic post rock bliss is dangling right before your donkey nose all the time, but you just keep running through bleak and polluted landscapes never reaching it.

The album's second half then gives you at least some passages of release and resolution. It even ends on a somehow high note with a bombastic "Coronation". However I doubt that it is the soundtrack to a good king or queen regaining the rule over Cloud Cuckoo Land.

No, the truth is we all must bend our backs under the rule of Lord Business and even worse emperors. MNHM know this and "Of Empires Past" mercilessly screams it into our faces.

A unique, daring album not be enjoyed, but to be gladly suffered.


Highlights: Enforce / Embrace, Rule Of Law, Ascension



2017-06-09

VOIVOD and [SOON] live in the Logo, Hamburg (08.06.2017)

Voivod

WHAT? It has already been over four and a half years since the last time I've seen Voivod live?

The band hasn't been lazy since then. They released three split singles and the "Post Society" EP. And they toured Europe several times, but didn't visit Hamburg / Northern Germany for a while. And when they finally came last November as the support for Entombed A.D. the extremely unlikely occasion arose that I had to skip them for the simultaneous concert of the strongest tour package of the year being Mono, Alcest and pg.lost.

But yesterday Voivod started their recent small European tour (more probably in September) in Hamburg.  Of course I had to be there this time, especially since the concert was in "Hamburg's loudest sauna", the Logo, which still is one of the best intimate clubs in the city.

The doors open was early (at least if you had an hour's drive) and my last information was that Voivod wouldn't even have a support act, because the local band supposed to do that had cancelled due to illness.

It turned out that the Logo stuff found another group at the very last minute. They were still soundchecking when me and my brother arrived and I wasn't sure if the band was even complete at that point, especially since they checked one more microphone than there were potential vocalists present. Maybe the bass player was still at work and would arrive just a minute before the show started...


[Soon]

Nope. [Soon] are indeed three guys: singer, drummer and guitar player. The extra mic was only there, so that the latter could change his position on stage. However the lack of a bassist was compensated through guitar sound, shared duty on a Moog bass pedal and a backing track.
While the melodic singing was clearly reminiscent of progressive metal and the technical muscles definitely being flexed I can't really pin their style down to this genre. Mostly they had a straight forward modern sound, which I could easily respect, even though it didn't connect with me on a deeper level.

I would have liked them better if they had at least a second guitarist or keyboard player instead of the backing track and I found them to be a little bit to repetive, but all in all [Soon] were an astonishingly good and well-prepared band for a last minute local support.


Voivod

Voivod


And then... Voivod! What can I say what I haven't said before?

I don't know if there is just one ultimate rock'n'roll band, but in my mind none is closer than the Canadians. It's just this whole package of weird uniqueness, thrash'n'roll'n'punk spirit, the pinch of progressive psychedelica and just pure joy that makes every concert a wild ride that leaves you with a wide grin in your face. And this night's show was no exception.

The show mostly covered the time of the Noise Records albums (which are being re-released now) plus "Angel Rat" and "The Outer Limits" and of course the recent "Post Society" EP.
There were some surprises like choosing "Killing Technology" as the opener or the not so often played "Nothingface" track "Inner Combustion". "Fall" and "Lost Machine" where both highlights within highlights. And of course there was the unavoi(vo)dable triangle of "Voivod", the encore "Astronomy Domine" and the second unplanned encore "The Unknown Knows".

Voivod have the luxury that they could dig out any track from any point in their history and it would always be welcomed. And you could fill at least two or three sets with missing songs. There was nothing from the phases with Eric Forrest or Jason Newsted, and not one song from the fabulous "Target Earth"! And I still want my relaxed Roadburn Festival "Angel Rat" special set!

That being said I am really not complaining in any way, because this set was perfect as it was. No song sounded old or outdated, everything has the same level of freshness, energy and excitement. And with the new tracks you still have the feeling that Voivod are moving on with the same sense of enthusiasm as ever.

I haven't even started with the individual praise for Snake, Chewy, Away and new-animal-on-bass Rocky, but since the whole is more than the sum of its brilliant pieces anyway, I'll just leave it by saying that Voivod blew my mind and wowed me once again. There can be only öne! Phenomenal!



Setlist:
  • Killing Technology
  • Post Society
  • Psychic Vacuum
  • Inner Combustion
  • Order Of The Blackguards
  • The Prow
  • Ravenous Medicine
  • Fall
  • Korgüll The Exterminator
  • Lost Machine
  • We Are Connected
  • Voivod
  • Astronomy Domine
  • The Unknown Knows  


[Soon]:






Voivod:

































2017-06-05

Worldwide Pinhole Photography Day 2017



It was that time of the year again. Sunday, April 29th 2017 was Worldwide Pinhole Photography Day. I didn't do much though, only shot two pictures with my Holga Wide Pinhole Camera on a Lomography Redscale film which was still inside the cam.

There's no entry from me on the official site, simply because I missed the uploading deadline with my film still being in the laboratory at the time.

No tripod was involved. The upper photo is a double exposure where I winded the film only one frame further (instead of two) and so it's even wider than 6 x 12 cm.

The second one... well, as I said, no tripod was involved, so I think it's ok for that. But the first one is obviously better.



2017-06-04

WHITE HILLS und DOLPHIN LOVERS live im Bambi Galore, Hamburg (03.06.2017)

White Hills

Gestern gab es endlich mal wieder den glitterglamourösen Psych Rock der White Hills auf Augen und Ohren. Der Name der Location war mir durch diverse Reviews geläufig, doch ich hatte noch nie nachgeschaut, wo in Hamburg es sich denn befindet, dieses Bambi Galore.

Ziemlich weit abseits, in Hamburg-Billstedt, also der von mir aus eher falschen Seite der Stadt. Dass mir Google einen weiten Ost-Bogen über Bad Segeberg zur Anfahrt vorschlägt, passiert sonst auch eher selten. Mein Navi war da dann doch konservativer. Allerdings wusste es anscheinend nicht über alle aktuellen Sperrungen in Hamburg bescheid, was zu einigem überflüssigen Gekurve in der Stadt führte.

Ohne Gerät wäre ich wahrscheinlich eine halbe Stunde früher vor Ort gewesen. Letztendlich war ich ihm aber dankbar, war ich doch so vorsichtig früh losgefahren, dass ich eh noch mehr als rechtzeitig dort war, zumal der Einlass auch erst später erfolgte als angekündigt. Es gab allerdings auch, anders als mancherorts angekündigt, nicht zwei, sondern nur eine lokale Vorband.


Dolphin Lovers

"Grunge Pop" nennt das Trio Dolphin Lovers seinen Stil, was nicht ganz verkehrt ist, einem jedoch ein radiotauglicheres Bild vorgaukelt, als tatsächlich geboten wird. Dafür dominiert nämlich viel zu sehr die psychedelisch flirrende Gitarre das Klangbild.
Das Set mit einem "(I Can't Get No) Satisfaction"-Soundalike zu beginnen fand ich nicht so clever und ein paar Arrangements und Gesänge waren mir zu beliebig. Anderseits gab es aber auch ein paar schön trippig treibende Stücke, zu denen man sich gut auf Ohrenflug begeben konnte. Und am stärksten waren die Dolphin Lovers vielleicht sogar, wenn sie sich ruhigen Nirvana-Songs annäherten.

Insgesamt gut, aber noch mit mehr Potential nach oben.


Das Bambi Galore, ein sympatisches kleines Kellergewölbe übrigens, welches an diesem Feiertagswochenende leider nur spärlich mit Besuchern gefüllt war, hat natürlich keine fernsehübertragungstaugliche Hauslichtanlage. Für meine Spielzeugknipse also mal wieder eine Herausforderung. Dass ich in solchen Situationen von einer Band fast nur Fotos hinbekomme, auf denen der Drummer zu sehen ist, kommt allerdings selten vor.

Als Ausgleich ist dafür auf meinen gesamten White Hills-Bildern nicht zu sehen, dass Herr Dave W. und Frau Ego Sensation einen leibhaftigen Trommler dabei hatten.


White Hills


Und was für einen Schlagzeuger! Tourdrummer Nick Name (glaube ich; steinigt mich, wenn ich mich irre) weiß zwar bei ein paar älteren Songs auch die wilde Sau rauszulassen, ist ansonsten aber ein Großmeister des reduzierten Roboterspiels, auf denen vor allem Dave W. seinen halluzinogenen Teppich aus Gitarren, Samples und Elektrosounds ausbreitet.

White Hills operieren ständig zwischen den Polen: kontrolliert und ausschweifend, bedrückend und entrückend, grässlich und sexy, kalt und cool, USB und LSD.
Die Setlist war eine runde Mischung aus verschiedenen Schaffensphasen, mit Schwerpunkt auf der neuen Langrille "Stop Mute Defeat" (Review demnächst) und dem Vorgängeralbum "Walks For Motorists". Schwer, da irgendwas besonders hervorzuheben, denn was diese Gruppe anfasst, ist eigentlich immer 1A Edelpsychfood mit Sternchen.

Ob auf der riesigen 013-Bühne oder hier im dunklen Rehkitzverlies: Wie man etwas falsch macht wissen White Hills wahrscheinlich gar nicht. Großartige Show!


Für die Heimfahrt (die ohne kreative Navibeteilung auch wieder geradliniger gewesen wäre) habe ich mir dann noch die CD des 2011er Albums "H-P1" vom Merchstand mitgenommen. Diese enthielt zu meinem Entzücken noch eine komplette Bonusscheibe mit weiteren Tracks. Da gilt wie für das Konzert: mächtig value fürs money!


Dolphin Lovers:











White Hills: