Most posts are in german, yet sometimes I switch to english. The title of this blog changes from time to time.
If the title is displayed in Comic Sans, please refresh the site! That's unless you really dig Comic Sans of course.
Interested in me reviewing your music? Please read this!

2014-12-20

Jahresrückblick Musik 2014

Was Platten und besuchte Konzerte angeht, war 2014 für mich ein ziemlich fantastisches Jahr, welches kaum Wünsche offen gelassen hat.

Hier sind nun also meine Top-Listen (und anderes Gedöns), und sie sind unfassbar unvollständig. ;)


ALBUM TOP 15:

  • LAIBACH - Spectre
    Nach vielen anderen Veröffentlichungen endlich wieder ein "richtiges" Album der Slowenen. Es ist eingängig, manchmal fast poppig - und nahezu perfekt - auch was den Zeitpunkt seines Erscheinens angeht. Denn Laibach sind hier wieder einmal ganz nah am politischen Puls der Zeit.
    Auch live ist jeder Song ein Knaller. Und James Bond benennt sogar seinen nächsten Film nach dem Album. ;)
     
  • GODFLESH - A World Lit Only By Fire
    Bäm! Es herrscht Krieg! Brüll! Die Welt brennt! In die Fresse! Alles ist zum Kotzen! Der brutalste Scheiß 2014. Und neben Laibach das zweite Album in dieser Liste, welches ganz intensiv den Zeitgeist wiederspiegelt. Zornigster Weltschmerz. "New Dark Ages" erwarten uns. Sowohl das Album als auch die vorher erschienen EP "Decline & Fall" unbedingt mit Japan-Bonustracks!



  •  SWANS - To Be Kind
    Ich war mir eigentlich ziemlich lange sicher, dass dieses Album hier ganz oben landen würde, ist es in seiner Gesamtheit doch das größte, monumentalste, ehrfurchtgebietenste Werk des Jahres. Ein gewaltiger, sicherlich nicht ganz leicht verdaubarer Brocken. Man könnte auch sagen Michael Gira as usual, also phänomenal und intensiv.
    Es ist auch nur knapp abgerutscht; am Ende haben sich Godflesh und Laibach in erster Linie ducrh ihre noch größere Aktualität vorgeschoben.


  • CYNIC - Kindly Bent To Free Us
    Es ist ein Cynic-Album, also Musik für die Ewigkeit. Wie immer anders, wie immer grandios. Diese Melodien kann nur Paul Mausvidal. Und was Sean Malone hier am Bass zaubert ist allein schon den Kauf wert. Und doch geht es hier ganz und gar nicht darum, individuelle instrumentale Fähigkeiten zu bestaunen. Die Songs sind einfach fantastisch.


  • LANA DEL REY - Ultraviolence
    Nein, live würde ich mir die Dame nicht geben. Aber im Studio funktioniert ihr Konzept ausgezeichnet und "Ultraviolence" ist ein in sich vollkommen stimmiges, eigenwilliges Pop-Meisterwerk, welches noch lange relevant bleiben wird.
     
  • YOB - Clearing The Path To Ascend
    Brutal, ranzig, meditativ, ergreifend. Die Doom-Götter um Mike Scheidt fahren in vier langen Tracks wieder alles auf, was sie können. "Marrow" ist die Hymne des Jahres.

  • QUEEN - Live At The Rainbow '74
    Der Doppelschlag (zwei Konzerte) aus dem vielleicht spannendsten Jahr der Bandgeschichte. Für mich das beste Queen-Livealbum aller Zeiten. Und auch die einzige Veröffentlichung aus der aktuellen Resteverwertungsflut der Briten, die man haben muss.
  • BLUES PILLS - Blues Pills
    Hype und Retrotrend hin oder her... Die Blues Pills sind einfach sensationell, allen voran Frontfrau und Energieüberschusswunder Elin Larsson. Ein tolles Debütalbum!
  • BEHEMOTH - The Satanist
    Die absolute Death/Black-Metal-Machtdemonstration aus Polen. Wahnsinn!

  • TRANSATLANTIC - Kaleidoscope
    Wahlweise könnte hier auch das Live-Album/Video "KaLIVEoscope" stehen. Epics, epics... and a few shorter songs again.
  • TRIPTYKON - Melana Chasmata
    Meister Thomas Gabriel Fischer trägt immer noch jede Menge Dämonen und Seelenqual in sich. Was er anfasst, das wird monolithisch dunkel und katharsisch böse. Dabei gibt es - anders als live - auch vieles von der ruhigen und doch sinistren Seite der Band zu hören.
  • MONO - The Last Dawn / Rays Of Darkness
    Zwei Alben in einem. Ein entrückender, instrumentaler Postrock-Höhenrausch aus Japan. Warum habe ich den größten Ohrwurm "Recoil, Ignite" eigentlich im Review nicht als Anspieltipp genannt?

  • THE OATH - The Oath
    So schön und schon vorbei. Wirklich schade, da dieses Debüt der Okkult-Metaller(innen) weit mehr als nur vielversprechend war.Von der Sängerin gibt es ja bald als "Lucifer" (auch irre originell, der Bandname) neues zu hören. Ich werde auf jeden Fall reinhören.

  • KRISTEEN YOUNG - The Knife Shift
    Wer hat die Dame nur so sauer gemacht? Und was kann ihr Keyboard dafür? Wie auch immer, schlechte Alben kann die exzentrische Sängerin anscheinend nicht.


  • SELIM LEMOUCHI & HIS ENEMIES - Earth Air Spirit Water Fire
    Bei "Molasses" werde ich immer an einer der emotional größten Momente meines Konzertgängerlebens denken müssen. Dass das Album an anderer Stelle auch mal ein wenig hängt, ist schon deswegen geschenkt. Selim Lemouchis Vermächtnis.

Bei etwas anderer Tageslaune hätten es u.a. auch noch Autopsy, Body Count, Bongripper, Colosseum, Conan, der Soundtrack zu "Only Lovers Left Alive" und einige mehr in diese Liste schaffen können... alles sehr sehr eng hier.
Und hätte ich noch Singles, EPs und Re-Releases berücksichtigt, wären evtl. auch Avatarium, David Bowie, Magma, White Hills in die Auswahl gekommen...





KONZERT TOP 10:


Nur je ein Konzert vom Roadburn Festival und Wacken Open Air, das ist im Grunde schon absolut unrealistsisch. Ob Triptykon, Bong, Kreator, da hätten noch einige Gruppen Nennung verdient... Aber auch sonst fällt einiges weg, wie z.B. Colosseum auf Platz 11.



TOP Konzert-BLU RAY:


WIEDERENTDECKUNG 2014:

Ganz klar: Die Vinyl-Schallplatte!

Nachdem mein Musik-Nerdtum in den letzten Jahren doch stark zugenommen hat, juckte es mich Kind der CD-Generation schon eine Weile, mich nach unfassbar langer Abstinenz wieder der ritualisiertesten und genussvollsten Form des Musikhörens zuzuwenden, zumal auch immer mehr Künstler exklusive Vinylveröffentlichungen rausbringen. So gab es den Laibach-Soundtrack zum Dictator's Cut von "Iron Sky" ausschließlich als Doppel-LP (+CDs). Das Ding stand also von Anfang des Jahres an im Regal. Später im Jahr folgte dann meine kleine Nachlässigkeit, als mir bei einer Onlinebestellung nicht auffiel, dass es sich bei einem Jarboe-Album nicht um eine CD handelte...

Und so war es Ende August soweit und ich habe mir ein Plattendrehophon zugelegt und mir seitdem eine kleine, aber feine bunte Sammlung aufgebaut. Diese enthält u.a. diverse neue Alben, die ich hier besprochen habe, außerdem Second-Hand-Schätze u.a. vom United Jazz + Rock Ensemble, Herbie Hancock, Kraftwerk und Colosseum II, und noch weitere Neukäufe, u.a. von Amy Winehouse ("Back To Black" natürlich), Julie Christmas, The Devil's Blood, Chelsea Wolfe, Watchtower, Made Out Of Babies... Außerdem ein paar Alben, die ich zwar schon als CD besitze, aber Vinyl ist halt geil: Morbid Angel, Morgoth, Janelle Monae.

Und was habe ich gelernt? Eine gute Vinyl-Pressung ist durch nichts zu schlagen. Man höre sich den z.T. sehr ruhigen Jazz auf "Same Girl" von Youn Sun Nah an und alle Knistervorurteile sind begraben.
Allerdings habe ich auch schnell bemerkt: Die Qualität schwankt durchaus stark, auch was die Verpackung angeht - was ich aus manchen neuen Hüllen schon an Papiergekrümel und Fusseln herausputzen musste, ist nicht mehr feierlich.

Und dann wünschte ich mir noch einen einheitlichen hohen Standard, was die digitale Bonusfrage angeht: Liegt ein Downloadcode bei? Wenn ja, ist dieser noch gültig? Bekomme ich mittelprächtige mp3s oder verlustfreie wav-Dateien? Kann ich mir das Format (wie z.B. bei Bandcamp) aussuchen?
So böseböse amazon auch sein mag: Bei AutoRip weiß ich, dass ich sofort eine digitale Kopie der Musik bekomme. Es sei denn, es ist amazon.co.uk, da müsste ich natürlich Brite sein... aarrgh. Und wenn man sich eine LP z.B. zu Weihnachten wünscht, also bei Kauf vom Wunschzettel, funktioniert die Option natürlich auch nicht...

Das alles nervt schon etwas. Ich habe zwar einen USB-Player, mit dem ich mir ganz anständige Kopien erstellen kann (denn so geil Vinyl auch ist, am meisten Musik höre ich nunmal gezwungenermaßen nach wie vor am PC und unterwegs), doch so gut wie Originale klingen diese Versionen dann doch nicht.
Die optimale Lösung ist eigentlich, wie z.B. bei der letzten EP von Haken, einfach eine CD beizulegen. Die Kosten für den Tonträger machen den Braten nicht fett - und ich kann die Mucke auch noch im nicht mit USB ausgestatteten Firmenwagen hören.

Aber am schönsten ist es natürlich, die Nadel auf die schwarze (oder oft ja auch schick bunte und/oder transparente) Scheibe zu setzen und direkt den warmen, vollen, organischen Klang aus der magischen Rille zu genießen.

Und was natürlich auch erwähnt werden muss: Ein geiles Cover sieht in groß natürlich noch geiler aus. So eine LP ist einfach der rundum schönste Tonträger.
 


BESTES KONZERT von DAS ROTE UNIVERSUM:
  • Mangels Auswahl fällt die Entscheidung mal wieder leicht: Im April in Windbergen haben wir neben unserem regulären Set noch eine kleine spezielle Unplugged-Show mit Covern u.a. von Voivod, Thought Industry, Slayer und Autopsy gespielt.
Ohnehin habe ich dieses Jahr wohl mehr entstöpselt als verstärkt gespielt. So haben Die FIFA Ultras - leider etwas spät - mit "Weltmeister sein" eine wunderbare Fußball-Hymne geschrieben:


Und dann war da ja noch das Familienkonzert mit Geschwistern und Schwägerin auf der Eisernen Hochzeit meiner Großeltern mit Hits u.a. von Abba, Trio, Emiliana Torrini, Freddy Quinn und der unvermeindlichen Helene Fischer. Man kann seinen Horizont doch immer noch in alle Richtungen erweitern.



ENTTÄUSCHUNG 2014:

Cynic und Voivod haben es leider nicht nach Europa geschafft.

Und ich Knauserer habe es nicht nach Hamburg zu Tori Amos geschafft! Dabei hätte ich zwei Tage vorher noch einen guten Platz bekommen können. Natürlich auch für gutes Geld... aber die Setlist war eine der besten der Tour inkl. "Total Eclipse Of The Heart"-Cover... hrmpf.

Die "Covenant"-Tour von Morbid Angel musste ich leider wegen Erkrankung sausen lassen.

Und alle Jahre wieder: Ob "Slovenian Democracy" "Laibach Revisited" noch jemals erscheinen wird? ;)


VORFREUDE 2015:

Welche neuen Alben erscheinen, habe ich noch gar nicht so auf dem Plan.

Konzertmäßig ist auch noch nicht vieles fest geplant, Laibach und Neal Morse sind aber schon ziemlich wahrscheinlich. Roadburn und Wacken stehen auch fest, d.h. ich kann mich schon auf einige Highlights der beiden Festivals freuen, vor allem aber auf die Fields Of The Nephilim, die ich noch nie live gesehen habe und nun gleich zwei Mal erleben darf!


 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen