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2014-07-27

BONGRIPPER - Miserable

Neues von Bongripper!

Das Bosheitszentrum in meinem Gehirn rastet aus!


BONGRIPPER - Miserable (2014)

Noch weniger, noch längere Songs (drei Stück von jeweils achtzehn bis achtundzwanzig Minuten) als auf "Satan Worshipping Doom", alle von den Hufen bis zu den Hörnern gefüllt mit bösebratbratzigbrutaler langsamer bis mittelschneller, rein instrumentaler Riffmacht, angesichts der selbst Chuck Norris die Knie schlottern dürften, zur Auflockerung einzig unterbrochen durch brummgesummdröhniges Düstergedrone, zu dem man auch nicht unbedingt abends einschlafen möchte, wenn einem etwas daran liegt, nicht ungewollt schlafwandelnd süße Katzenbabys aufzuschlitzen; so könnte man "Miserable" beschreiben, wenn nicht der streckenweise intensiv Black Sabbath huldigende Abschlussepos "Into Ruin" ein paar klitzekleine melancholische, fast schon sonnenstrahlige Momente sein eigen nennen würde, wobei man diese natürlich relativ im Kosmos dieser oder klanglich verwandter Bands wie Yob oder Conan betrachten muss, was bedeutet, dass letztendlich doch alles ziemlich finster und heavy daherkommt. Und ja, ich habe soeben tatsächlich einen Punkt gesetzt! Und hatte ich schon erwähnt, dass das senkrecht ausklappbare Cover auch ziemlich großartig ist? Und dass Bongripper mit dieser Scheibe - und der von mir gleichzeitig gekauften "Hippie Killer" - noch mal ein paar gute Sprossen auf der Leiter zu meinen Lieblingsbösebands aufgestiegen sind?

"Miserable" mag vom Titel her zwar deprimierend erscheinen, ist in Wahrheit jedoch heißester Doomdeath-Riffporno. Inklusive Wiederholung des Cumshots in Slow Motion natürlich.

Anspieltipps: Descent, Into Ruin

BLUES PILLS - Blues Pills

Wenn ich hier schon gerade im Classic Rock-Modus bin, dann befasse ich mich doch auch mal kurz mit dem aktuell von der gesamten Musikpresse von den Rock Hard-Proleten bis zu den eclipsed-Snobs hochgehyptem Retro-Überflieger der Stunde.

Eine schwedische Sängerin trifft zwei Musiker in den USA, man lädt Videos auf YouTube hoch, die dazu führen, dass in Spanien eine Tour gebucht wird, worauf man sich mit einem französischem Gitarristen zusammentut. Inzwischen leben sie alle in Schweden und spielen in ganz Europa...

Angesichts dieser internetbefeuerten Karriere wundert man sich ja fast ein bisschen, dass die Blues Pills mit ihrem energiegeladenen 60er/70er-Jahre-Rock eine Musik spielen, die fast schon so alt ist wie alle Bandmitglieder zusammen.



BLUES PILLS - Blues Pills (2014)

Um mich mal kurz zu fassen: Ja, ich schließe mich dem Hype vorbehaltlos an!
Und ich bin durchaus wählerisch, was meinen Blues angeht und auch von einigen Bands, die ich eigentlich mag, manchmal etwas genervt, wenn sie die alte Skala auspacken, Hölle, ich finde ja nicht einmal Led Zeppelin sooo uneingeschränkt unantastbar...

Was die vier Bluespillen, allen voran Eilin Larsson mit ihrer erstaunlich erfahren klingenden Rockröhre, hier in den Ring werfen, ist für ein Debütalbum einfach verboten gut. Schließlich handelt es sich hier ja nicht um Musikerveteranen wie die Winery Dogs, sondern um echte Newcomer. Da ist also bei allem Talent und Enthusiasmus hoffentlich - vermutlich - immer noch Luft nach oben.

Neu ist das alles nicht, will es wohl auch nicht sein, doch es ist anderseits auch authentisch und wirkt in keiner Minute gekünstelt - die Blues Pills machen zweiffelos was sie lieben - und sehr sehr gut können.

Die Special Edition enthält neben dem Album noch die vorangegangene "Devil Man"-EP, welche zwei der Albumsongs in früheren, noch deutlich anders interpretierten Versionen enthält, sowie eine Bonus-DVD mit dem Live-Auftritt vom Hammer Of Doom-Festival 2013. Hier zeigt sich bei aller instrumentalen Klasse auch sehr deutlich, dass die Frontdame bei dieser Band eindeutig im Mittelpunkt steht, was nicht gegen den Rest der Gruppe geht, sondern vor allem als Lob für ihre natürliche Bühnenpräsenz zu verstehen ist.

Und wer mit seiner Gitarre so power- wie gefühlvoll und geschmackssicher umgehen kann wie Dorian Sorriaux, der darf sich beim Stageacting auch meinetwegen gerne vornehm zurückhalten.

Eine klasse Band, die momentan anscheinend fast jeder liebt. Dieses Album ist auch ein verdammt guter Grund dafür.


Anspieltipps: High Class Woman, Jupiter, Little Sun, River

THE WINERY DOGS - Unleashed In Japan

Den zweiten Auftritt einer Band überhaupt für ein Livealbum mitschneiden? Kommt wohl eher selten vor, aber wenn man Richie Kotzen, Billy Sheehan und Mike Portnoy in eben jener Band hat, dann kann man das natürlich machen. Und wenn sich die Location dann noch anbietet, dann packt man die Gelegenheit natürlich am Schopfe.


THE WINERY DOGS - Unleashed In Japan (2014)

Das selbstbetitelte Debüt dieses Classic Rock Powertrios habe ich 2013 zu meinem Album des Jahres gekürt, und auch vom Konzert in Hamburg war ich sehr angetan. Meine Messlatte für diese Veröffentlichung ist also einigermaßen hoch.
Und auch wenn die Gruppe hier bereits spielt, als würden sie das Ding schon seit Jahren zusammen machen, handelt es sich hier leider um einen verhinderten Klassiker.

Ich meine: Nichts auf diesem Album ist schlecht, und wer die Dogs noch nicht kennt, der muss diese Scheibe sowieso unbedingt haben, da sie als Bonus-CD noch einmal das komplette Debütalbum enthält!
Durch die Liveversion des exklusiven Japan-CD-Tracks "Criminal" kommt man nun auch als Europäer in den Genuss dieses Songs. Dazu gibt es den Block aus den vier während dieser Tour gespielten Coverversionen, u.a. von Poison und Mr. Big.

Nein, was an diesem Album stört, das was fehlt! Die Live-CD enthält nur zehn Tracks und bringt es auf fünfzig Minuten, obwohl das Konzert deutlich länger war.
Ich weiß nicht, ob es produktionstechnische Gründe hat, oder ob die Herren Musiker mit den frühen Liveversionen dieser Stücke dann doch nicht mehr so ganz zufrieden waren, aber es fehlen mit "The Dying" und "Regret" leider ein paar der größten Highlights aus dem Zugabenblock. Auch "You Saved Me" mit dem großartigen Bass-Solo davor oder "The Other Side" vermisse ich doch sehr.

Auf der in Japan erschienenen DVD, die ich leider nicht besitze, ist das Konzert jedenfalls komplett.

Also: Falls man das Debüt schon besitzt ist "Unleashed In Japan" ein an sich tolles Livedokument einer der besten Rockbands, die es z.Zt. gibt - allerdings mit deutlichem Sternchenabzug wegen Highlight-Unterschlagung.

Hat man das Debüt hingegen nicht, dann kann man hiermit nichts falsch machen, da es ja wie gesagt komplett enthalten ist. (Ja, auch das Booklet mit allen Texten ist dabei.) Als Grund dafür vermute ich mal, dass es ursprünglich weltweit auf unterschiedlichen Labels erschienen ist und man es jetzt nochmal - auch in Hinblick auf zukünftige Nachproduktion - nochmal einheitlich rausbringen wollte. Aber das ist nur reine Spekulation meinerseits und kann auch Quark sein.
Ich muss mich jetzt nur noch entscheiden, ob ich Sammler genug bin, um meine Original-Debüt-CD zu behalten, oder ab ich sie an Rockbedürftige weitergebe...


Anspieltipps: Desire, Elevate, Not Hopeless, Criminal, Shine

52 Wochen | 28 | sunflowers

193/365 • sunflowers

GODFLESH - Decline & Fall

Ja, BC Green und JK Broadrick sind wieder da!

Ok, nicht dass Arbeitstier Justin Broadrick jemals weg war. Aber hier ist nun nach den diversen Live-Aktivitäten der letzten Jahre, von denen ich leider noch keiner beiwohnen konnte, auch ein Studio-Zeugnis der Wiederzusammenkunft von Godflesh:



GODFLESH - Decline & Fall (2014)

Es ist zwar zunächst nur eine EP, mit der sich das Duo zurückmeldet, aber was für eine! Die vier Tracks (plus zwei Dub-Mixe, wenn man sich die japanische Version gönnt, wozu ich ausdrücklich raten möchte) sind allesamt klassische Godflesh im besten Sinne und lassen sich besonders vom Sound der Rhythmussektion her am ehesten mit früheren Werken wie "Slavestate", "Selfless" und "Streetcleaner" vergleichen.

Das heißt, dass nicht nur der Bass grummelt und röttelt wie ein perfekt getunter Lanz Bulldog, dass sich einem nicht nur Broadricks Gitarre in ihrem unverwechselbaren patentierten ultraheavy Godflesh-Sound in die Ohren sägt, dass der Mann nicht nur aggressiv tiefbrüllt und mit viel Delay absichtlich schiefsingt, sondern vor allem auch, dass der Drumcomputer mit dem Selbstbewusstsein eines alten Atari, dessen Diskettenlaufwerk iPhones frühstückt, einfach mal ganz unverhohlen nach Drumcomputer klingt. Warum auch nicht? Man achte nur mal auf die Digital-Hi-Hat im Titelsong; das muss einfach so!

Im Grunde ist "Decline & Fail" ein kleines Best of Godflesh, ohne dabei jedoch auch nur ansatzweise als Nostalgietrip alter Männer rüberzukommen.
Diese EP klintgt frisch und hungrig. Ich habe hier dreizehn ältere Veröffentlichungen zum Vergleich und muss sagen, dass die Produktion fetter denn je ist.

Super Ding, das Bock auf ein ganzes Album macht. Auch für Neulinge ein guter Einstieg.


Anspieltipps: Decline & Fall, Ringer (DUB), Playing With Fire

BODY COUNT - Manslaughter

Ok, dann will ich heute doch mal wieder ein paar Musikrezensionen aus meinem Blogzylinder zaubern!

Den Anfang macht eine Scheibe, die sicherlich nicht auf Schönheitspreise oder Spitzenplätze in Jahrespolls hoffen kann, mich dafür aber nicht nur an ein trotz Katastrophensounds legendäres Konzert auf der Großen Freiheit in den frühen Neunzigern erinnert, sondern auch exzellent auf die Glocke gibt:


BODY COUNT - Manslaughter (2014)

Als Gangster-Rapper Ice-T vor unfassbaren zweiundzwanzig Jahren mit dem Debütalbum seiner Band durchstartete, sorgte dieses nicht nur durch seine explicit lyrics für weltweite Aufmerksamkeit, sondern war mit seiner Mischung aus Hardcore, Punk, Metal und Hip Hop auch musikalisch sehr innovativ.  Auch wenn andere Crossover-Bands jener Zeit sicherlich virtuoser unterwegs waren, habe ich das Gefühl, dass Body Counts musikhistorische Bedeutung nach wie vor unterbewertet wird.

Vielleicht haben viele Fans sie auch trotz diverser noch folgender Alben einfach vergessen. Ich gebe zu, dass sie von meinem Radar sehr sehr lange verschwunden waren. Tatsächlich habe ich gerade eben erst auf Wikipedia gelesen, dass drei Mitglieder der damaligen Besetzung - durch Leukämie, Krebs und eine Kugel auf offener Straße - gar nicht mehr am Leben sind. Was für ein Runterzieher.


Doch nun zum aktuellen Album "Manslaughter":

Musik und Produktion sind tadellos. Die Rezeptur ist zwar noch diesselbe wie anno dazumal, also inzwischen natürlich keinesfalls mehr revolutionär. Doch das macht überhaupt nichts, weil alles mehr denn ja knallt und in die Beine und den Nacken fährt.
Besonders die Thrash-Attacken wie z.B. im Titeltrack oder im Finale von "Enter The Dark Side" mit slayereskem Lead-Geschreddel hätte ich so heftig nicht erwartet. Abgesehen vom Remake von Ice-Ts Bitch-Inventur "99 Problems", wo die Band eher den Hip-Hop-Backdrop macht (allerdings gibt es als Bonustrack auch noch eine Rockversion), besteht das Album fast durchgehend aus geilem Mosh- und Headbangerscheiß.

Ice-T ist nach wie vor ein lausiger Sänger, aber zum Glück shoutet er ja in erster Linie und erzählt Geschichten, rappt dabei aber auch eher selten.

Inhaltlich sind Body Count immer dann am stärksten, wenn sie wie z.B. im Opener "Talk Shit, Get Shot" oder in "Black Voodoo Sex" vollkommen undifferenziert und überzeichnet in Gewalt- und Hip-Hop/Gangtsa/Bitch/Sex-Klischees baden. Wer das ernst und als Grund zur Besorgnis sieht, der glaubt auch, dass Will Ferrells "Anchorman" eine Dokumentation ist.
Großartig auch das textlich erneuerte Cover des Suicidal Tendencies-Klassikers "Institutionalized", in denen Ice-T sich über lächerliche Luxusprobleme (Oprah vs. X-Box, E-Mail-Kundenservice, Veganer, die beim Mittagspausensandwich stören) aufregt.

Eher so im Mittelfeld bewegen sich die ernsthaft kritischeren Texte, von denen mir "Back To Rehab" noch am besten gefällt. Ansonsten stellt sich natürlich auch die Frage nach Ts persönlicher Street Credibility und inwiefern die tatsächlich noch vorhanden ist. Ich weiß es nicht...
Aber allein durch die energische Performance wird diese Frage auch unbedeutend, weil die Scheibe halt einfach Laune macht.

Bloß am Ende bzw. vor dem Bonustrack wird es textlich einmal ganz schlimm, wenn in "I Will Always Love You" auf kitschige Weise US-Veteranen besungen werden.
Nun war Ice-T ja selbst in der Armee und ich nehme ihm durchaus ab, dass es von Herzen kommt, aber sorry, ich komme mit dieser US-Mentalität, dass alle Soldaten uneingeschränkt Helden sind, die sich für ihr Land aufopfern, einfach nicht klar. Selbst bei einigermaßen gescheiten Amis ist daran ja nicht zu rütteln.
Wann war denn der letzte Krieg, in dem amerikanische Soldaten wirklich ihr Heimatland verteidigt haben? Und kann ich selbst von einem Ami, der gerade die Schule beendet hat, nicht erwartet, dass er weiß, in was für Kriegen US-Soldaten sinnlos verheizt werden, bevor er sich rekrutieren lässt? Ich meine ja nur, dass man angehenden Soldaten auch ein Fünkchen eigene Verantwortung für ihre Entscheidung zugestehen könnte... Naja, was bringt es sich darüber zu echauffieren, man kann den Track ja schließlich skippen.


Insgesamt bleibt es bei dem Fazit:
Kein Klassiker für die Ewigkeit, aber geiler Scheiß!


Anspieltipps: Manslaughter, Enter The Dark Side, Bitch In The Pit, Talk Shit Get Shot, Institutionalized 2014

2014-07-13

DREAM THEATER im Stadtpark Hamburg (12.07.2014)

Die Schmerzen sind zum Glück geringer als erwartet, dennoch wurde die eigentlich ja sowieso schon ewig vorhandene Erkenntnis, dass ich mal wieder ein Minimum an Sport treiben sollte, gestern kurz vor dem Konzert von Dream Theater auf der Freilichtbühne im Stadtpark erneut bekräftigt.


Nein, die zwanzig Minuten Fußweg vom Parkplatz bis zur Bühne waren eigentlich nicht das Problem. Als ich allerdings zwanzig Minuten vor Beginn (und der ist im Stadtpark immer pünktlich) auf den letzten Metern zum Veranstaltungsort beim Einstecken eines Flyers bemerkte, dass ich die Tickets im Auto vergessen hatte, da hätte ich mir doch eine nähere Parklücke gewünscht. Bei der Hitze untrainiert und im mäßig geeigneten Schuhwerk den vollen Paniklauf durchziehen, war nicht drin, wenn ich das Konzert noch auf den Beinen erleben wollte, also immer schön auf die Uhr geschaut und die Strecke gut eingeteilt... Am Ende kam der dicke Mann genau zum Intro vor der Bühne an. Und nach dem ersten Song konnte ich dann auch wieder einigermaßen normal atmen.


Dream Theater legten gleich mit ein paar der härteren Nummern der letzten drei Alben los, von denen "The Shattered Fortress" wohl die größte Überraschung darstellte (falls man die Setlist nicht schon im Internet gespickt hat) und "On The Backs Of Angels" schon frühzeitig als Ersatz für "Pull Me Under" fungierte. Der erste ganz große Höhepunkt war für mich, der die Band 1997 kennengelernt hat, der "Falling Into Infinity"-Epos "Trial Of Tears", in dem Jordan Rudess zum ersten Mal sein portables Keyboard in die Hand nahm. Überhaupt legt der Mann mit seinen dreh-, schwenk-, kippbaren Ständern und Kameras viel Wert darauf, sichtbar zu machen, was er tut. Von vielen anderen Keyboardern sieht man ja nur, dass sie hinter ihrem Instrument stehen und irgendwas tun.



Und wo ich schon bei den Einzelmusikern bin: Als nächstes folgte das Instrumentalstück "Enigma Machine" vom aktuellen Album, in welches ein exzellentes, kurzweiliges und auch kompositorisch passendes Drum-Solo eingebaut wurde. Aber Mike Mangini ist natürlich auch ohne Solo eine Show für sich. Im Studio könnte manches von ihm durchaus noch markanter werden, aber live kann ich mir Dream Theater ohne dieses Monstrum hinter der Riesenschießbude kaum noch vorstellen. (Zumal ich ja auch mit Herrn Portnoy in dessen neuen Job bei den Winery Dogs sehr glücklich bin.)

Im folgenden "Breaking All Illusions" erwartete die Zuschauer dann eine der größten Solo-Sternstunden von John Petrucci, der übrigens Geburtstag feierte, laut Sänger James LaBrie seinen zweiundzwanzigsten. Respekt!
Aber ich will und muss gar nicht weiter auf musikalische Einzelleistungen eingehen. Natürlich ist bei dieser Band jeder ständig auf Weltniveau. Die New Yorker Dream Theater sind die deutsche Nationalmannschaft des Progmetal. (Ich schreibe das hier noch vor dem WM-Finale.)


Der erste Teil des Abends war vorüber und Band und Fans hatten erstmal fünfzehn Minuten Pause. Deren zweite Hälfte wurde allerdings auf der Videowand mit reichlich YouTube-Schnipseln verkürzt: ungewöhnliche Dream Theater-Coverversionen, Fans spielen Mike Manginis Audition nach ("Triangle Guy"), Petrucci und LaBrie haben einen Lachflash im Interview usw.
Dazu noch diverse Fake-Werbespots, u.a. für Actionfiguren... Da fällt mir jetzt auf, dass ich überhaupt gar nicht am Merchandise-Stand gewesen bin. Da hat doch irgendwas nicht funktioniert!


Die zweite Konzerthälfte bestand aus Anlass des zwanzigjährigen Jubiläums jenes Albums (welches Petrucci also als Zweijähriger eingefiedelt hat) aus der zweiten Hälfte von "Awake". Yep, inklusive dem live vor dieser Tour nie gespielten Kevin-Moore-Song "Space-Dye Vest"! Großartig!

Mit der monumentalen "Illumination Theory", die ich persönlich auch gerne gegen den "Count Of Tusnay" getauscht hätte - aber man kann ja nicht alles haben -, schloss das Set dann wieder mit einer neuen Komposition.






Insgesamt war die Setlist vielleicht die beste seit der "Scenes From A Memory"-Tour im Jahr 2000.
Ein Schnelldurchlauf durch das legendäre Konzeptalbum bildete dann passenderweise auch die Zugabe für das erstklassige Konzert.

Und was kann man sonst noch sagen?
Auch wenn im Stadtpark immer pünktlich um zehn Schluss sein muss und es eine strenge Lautstärkenbegrenzung gibt, ziehe ich Dream Theater bei bestem Sommerwetter draußen jederzeit Dream Theater in seelenloser und eiskalter Mehrzweckhalle im Winter vor.

Außerdem lustig: Dieser eine dauerangespannte Security-Mensch, Fantyp Böhse Onkelz, der anscheinend von der friedlichen Gesamtsitation total überfordert war und auch in den veträumtesten Passagen stets nervös mit einem Bombenanschlag zu rechnen schien. Schon fast eine Show für sich, vergleiche auch Mike Mangini, halt nur ohne spezielle Fähigkeiten.


Ja Mensch, was soll ich als Fazit sagen: gestern Dream Theater at their best, heute Abend voraussichtlich noch Weltmeister - was für ein feines Wochenende!

Und gleich laufe ich nochmal eine Runde, so lange der Muskelkater sowieso noch zwickt.

Es sei denn, mir fällt gleich noch spontan eine doofe Ausrede ein, haha...
Oh, jetzt regnet es. Und ich will mich doch nicht erkälten.







Setlist:
  • The Enemy Inside
  • The Shattered Fortress
  • On The Backs Of Angels
  • The Looking Glass
  • Trial Of Tears
  • Enigma Machine
  • Along For The Ride
  • Breaking All Illusions
  • The Mirror
  • Lie
  • Lifting Shadows Off A Dream
  • Scarred
  • Space-Dye Vest
  • Illumination Theory
  • Overture 1928
  • Strange Déja Vu
  • The Dance Of Eternity
  • Finally Free

2014-07-06

2014-07-02

meine Roadburn-Scheiben (AVATARIUM, BONG, LUMERIANS, NEW KEEPERS OF THE WATER TOWERS, PAPIR MEETS ELECTRIC MOON, SELIM LEMOUCHI & HIS ENEMIES, THE DEVIL'S BLOOD, TRIPTYKON, YOB)

Ob ich es dieses Jahr wieder durchziehe, alle von mir gekauften dieses Jahr erschienen CDs zu reviewen? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht, da ich z.Zt. wirklich kaum Zeit übrig habe.

Ich werde jetzt aber mal wieder anfangen, ab und zu etwas zu schreiben. Beginnen möchte ich mit einer weiteren Roadburn-Huldigung, in der ich ein paar Worte zu allen Tonträgern verliere, die ich mir während oder infolge des Festivals zugelegt habe. Und das sind schon einige mehr als nach jeder anderen Veranstaltung. Nach Wacken verspüre ich nämlich keinen vergleichbaren Kaufrausch.

Nicht berücksichtigt sind die zwei, drei Alben, die ich mir in Vorbereitung aufs Festival besorgt habe, sowie die (vor)bestellten Werke von Conan und Yob, die noch nicht bei mir eingetrudelt sind. Und wer weiß, was da sonst noch kommt...




AVATARIUM - Avatarium (2013)

Als Candlemass-Fan hätte ich mir das Debütalbum der vermutlich legitimsten Nachfolgeband vielleicht auch eines Tages ohne das Festival gekauft. Nach dem Auftritt beim Afterburner führte aber kein Weg daran vorbei. Tatsächlich geht es auf dem selbstbetitelten Werk ja sogar eine Ecke kreativer und stilistisch offener zu als auf den letzten Scheiben von Candlemass (welche ich nach wie vor grandios finde), so dass ich mich an Avatarium auch schon mehr festgehört habe. Der auch im Studio fantastische Gesang von Jennie-Ann Smith trägt natürlich auch einen erheblichen Teil dazu bei. Hätte ich die Band letztes Jahr schon entdeckt, wäre ihr ein Spitzenplatz in meinem Jahresrückblick sicher gewesen.

Anspieltipps: Moonhorse, Boneflower, Tides Of Telepathy





BONG - Mana-Yood-Sushai (2012)

Ultragemächlicher Drone-Doom trifft meditative bis beschwörerische indische Klänge. Zwei Tracks, einer 27, der andere 19 Minuten lang. Nicht nur live ist Bong eine der konsequentesten Bands, die ich je erlebt habe. Dabei ist "Mana-Yood-Sushai" ein erstaunlich zugängliches Werk. Vorausgesetzt, ich habe die Zeit, mag ich gerade den Titeltrack bei jeder Gelegenheit gerne hören, wobei ich nachts im Auto besonders empfehlen möchte. Wie sich dieses Ding innerhalb eines einzigen Themas so ganz allmählich immer weiter steigert, das ist schon ganz große Kunst. Der zweite Song "Trees, Grass And Stones" funktioniert ähnlich, nähert sich aber etwas mehr "normaler" Rockmusik an und garniert das hypnotische Erlebnis streckenweise mit einer schönen, an die guten alten Fields Of The Nephilim erinnernden Leadgitarre.

Anspieltipp: Dreams Of Mana-Yood-Sushai





BONG - Stoner Rock (2014)

Der Albumtitel ist gleich mal ein Statement: Vergesst alles, was ihr über das Musikgenre Stoner Rock zu wissen glaubt! Das hier und nichts anderes ist "Stoner Rock". Und das angesichts eines Werkes, das viele Hörer wahrscheinlich nicht einmal mehr unter dem Obergebriff "Rock" einordnen würden, so weit ist es von dessen üblichen Erscheinungsformen entfernt. Das über 36minütige "Polaris" ist die ultimative Bong-Prüfung. Überstehst Du dieses schleichende Ungetüm, dessen Zeitlupenriff aus einem einzigen - ja wirklich einem einzigen! - Ton besteht, dann sind alle anderen Stücke der Band ein Spaziergang. Das gilt dann auch für das nachfolgende, fast ebenso lange "Out Of The Aeons", welches sich an Komplexität des Arrangements im relativen Vergleich wie Progrock ausmacht. Die meisten Musikkonsumenten kämen ohne Zuhilfenahme leichter Drogen aber wahrscheinlich gar nicht bis hierher. Ich bin auch ohne Hilfmittel begeistert, finde die "Mana-Yood-Sushai" allerdings noch etwas fluffiger. 

Anspieltipp: Polaris





LUMERIANS - The High Frontier (2013)

Lumerians spielen trippig seltsame Feelgoodmucke, die ich nach wie vor kaum irgendwo einordnen kann. Also wiederhole ich einfach mal sinngemäß, was ich schon im Livereview geschrieben habe: Tanzbare Musik mit Vocoder-Gesang, funkigem Bass und wechselndem Fokus auf Gitarre und Keyboards, in der sich Spuren sowohl von Krautrock als auch von den Beach Boys oder wenn man lustig ist sogar Daft Punk ausmachen lassen. Wobei in den letzten Vergleich wahrscheinlich noch der Eindruck der Liveshow mitschwingt... Auf jeden Fall super Zeugs.

Anspieltipps: Koman Tong, Dogon Genesis, Abudhabijhab






NEW KEEPERS OF THE WATER TOWERS - The Cosmic Child (2013)

Man könnte sagen, die schwedische Band mit dem grenzgenialen Namen spielt in den 70er Jahren geerdeten Progmetal. Aber ich behaupte einfach mal, New Keepers Of The Water Towers sind die cooleren Opeth. Also minus Death Metal und plus Stoner Rock und Pink Floyd natürlich. "Cosmic Child" könnte meinetwegen noch gerne ein oder zwei Tracks mehr vertragen, ist davon abgesehen aber ein uneingeschränkt empfehlenswertes episches Metal-und-drüber-hinaus-Album.

Anspieltipps: Pyre For The Red Sage, The Great Leveller






PAPIR MEETS ELECTRIC MOON - The Papermoon Sessions (2013)

Im Livebreicht habe ich zu den Papermoon Sessions nicht viel geschrieben, und auch bei diesem Tonträger würde ich nicht auf die Idee kommen, mir eine musikalische Tiefenanalyse aus den Fingern zu saugen. Zwei erfahrene Space Rock Jam-Bands treffen aufeinander und jammen Spacerock. Das tun sie sehr gekonnt, in drei Tracks zusammen eine Dreiviertelstunde lang. Ob man drauf steht, können einem eh nur die eigenen Ohren zeigen. Von mir gibt jedenfalls die volle Kaufempfehlung!

Anspieltipp: Farewell Mr. Space Echo





THE DEVIL'S BLOOD - The Thousandfold Epicentre (2011)

Nein, natürlich haben sie nicht auf dem Festival gespielt. Bis auf ein paar Livevideos ist der Hype rund um The Devil's Blood jedoch damals komplett an mir vorbeigegangen. Der Auftritt und die Veröffentlichung der Nachfolgeband haben mich jedoch schwer beeindruckt, so dass ich jetzt gerne nachsitze. Die Kombination von Bandname, Titel und Cover schreit geradezu "Klassiker" und diese Erwartungshaltung löst die Musik dann auch mühelos ein. The Devil's Blood spielten Proto Metal, was eigentlich widersinnig ist, da dieser Kunstbegriff ja einer Reihe ganz unterschiedlicher - und bereits von anderen Genres beanspruchter - Künstler wie z.B. Blue Öyster Cult, King Crimson und Led Zeppelin im Nachhinein als Musik beschreibt, die vor der Definition bzw. den Definitionen von "Heavy Metal" bereits einige seiner Schlüsselelemente vorweg genommen haben. Demnach kann also vierzig Jahre später keine Band mehr Proto Metal sein, es sei denn sie benutzt eine Zeitmaschine, um die Musikgeschichte neu zu schreiben. Und genau das haben The Devil's Blood im Grunde getan. Ihr treibender, von wilden Gitarren und der charismatischen Stimme Farida Lemouchis dominierter, rauschhafter, besessener, beschwörerischer Okkultrock ist ganz klar ein missing link und ein Höhepunkt in der Evolution des Metal.

Anspieltipps: She, The Thousandfold Epicentre, Cruel Lover






SELIM LEMOUCHI & HIS ENEMIES - Earth Air Spirit Water Fire (2014)

Nach der Auflösung von The Devil's Blood blieb sich Mastermind Selim Lemouchi musikalisch in gewisser Weise treu, da auch in seinem neuen Projekt statt einfach alte Idole zu kopieren "Was wäre wenn?" mit der Rockhistorie gespielt wurde. Wo er vorher die Ursprünge des Heavy Metal neu erdacht hatte, flog er diesmal mit der Zeitmaschine tief in die psychedelische Frühphase von Pink Floyd zurück ließ jene in seinem Paralleluniversum sich nicht Richtung der gebremsten, kontrollierten "Dark Side Of The Moon" und "The Wall" entwickeln, sondern baute stattdessen auf der ungezügelten Seite der Band auf ließ diese auf neue Einflüsse treffen. Das Line-Up wurde etwas aufgestockt, insbesondere die beiden unisono spielenden Drummer fallen auch im Studio als besonderes Stilmittel auf. Für den emotionalen Höhepunkt sorgt im Finale "Molasses" wieder einmal Selims Schwester Farida mit einer zeitweise an Lisa Gerrard (Dead Can Dance) anklingenden, äußerst eindringlichen Gesangsdarbietung. Doch auch die - an wen wohl erinnernden? - männlichen Harmoniegesänge können sich hören lassen.

Anspieltipps: Molasses, Chiaroscuro



SELIM LEMOUCHI & HIS ENEMIES - Mens Animus Corpus (2013)

Für die "Earth Air Spirit Water Fire" vorangegangene EP gilt noch nicht ganz, was ich über das Album geschrieben habe. Um noch einmal das Zeitmaschinenmotiv aufzugreifen: auf "Mens Animus Corpus" war diese anscheinend noch aus Richtung The Devil's Blood unterwegs und noch nicht ganz beim eigentlichen Ziel angekommen. Sehr hörenswert ist dieser halbstünder ebenfalls. Aber auch wenn "Your Way Down" fantastisch exzessiv vierzehn Minuten lang auf einem wilden Rockriff herumwütet, fehlt noch das ganz große Gefühlskino, wohl auch weil Farida Lemouchi hier noch nicht wieder mit an Bord war.

Anspieltipp: Your Way Down






TRIPTYKON - Melana Chasmata (2014)

Das neueste Werk der Celtic Frost-Nachfolgeband hätte ich mir natürlich auch ohne Roadburn Fesival besorgt. Ich hatte sie auch schon vorbestellt. Aber da der Veröffentlichungstermin  ja genau auf dem Wochenende lag, habe ich mir "Melana Chasmata" dann doch gleich direkt im 013 eingesteckt.

Grundsätzlich verfolgt das Album, welches erneut ein Gemälde des kürzlich verstorbenen Künstlers (und persönlichen Freundes von Thomas Gabriel Fischer) H.R. Giger als Cover schmückt, einen ähnlichen Sound wie seine Vorgänger "Monotheist" (Celtic Frost) und "Eperistera Daimones" (Triptykon). Das ohnehin schon breite stilistische Band, welches sich durch die Düsternis spannt, wird hier noch einmal zu beiden Seiten hin verlängert. Und auch die Detailverliebtheit scheint mir gewachsen zu sein. Im Wechselspiel zwischen Aggression und Melancholie liegt letztere (gefühlt, nicht nachgemessen) vorne. Und auch wenn die Schweizer mit einigen lange ausexerzierten Riffs oder dem experimentellen Ausklang "Waiting" schon beinahe versuchen, einen Teil der Hörerschaft abzustoßen - "Melana Chasmata" will über seine gesamten fast siebzig Minuten einfach niemals langweilig werden. Egal welches Tempo, ob Death oder "Gothic", was Triptykon anfasst, das hat Tiefgang und wird mit dem Selbstbewusstsein desjenigen, der es erfunden hat zelebriert.
Fischer ist auch nach über dreißig Jahren des Metal-Pioniertums immer noch ein Innovator. Und mit Triptykon schart er auf Augenhöhe eine hungrige Band um sich, deren individuelle musikalische Klasse am Gesamtwerk einen ebenso großen Anteil hat wie seine persönliche Vision.
Mein Fazit: Dieses Album gehört mit Sicherheit zu den besten seiner Laufbahn und unterstreicht, was ich anderorts schon geschrieben habe, nämlich dass Triptykon zu den wichtigsten Metalbands der Gegenwart zählen.

Anspieltipps: Black Snow, Tree Of Suffocating Souls, In The Sleep Of Death, Boleskin House






YOB - Atma (2011)

Dieser Gitarrensound! Die gewöhnungsbedürftige, beim ersten Hören dumpf erscheinende, tiefknarzende Verzerrung, mit der Mike Scheidt das Klangbild des Trios dominiert und mit der er neben purer Doom-Metal-Wucht auch überraschend dynamisch agieren kann, ist an sich schon ein eigenes Review wert. Musikalisch sind Yob für mich die epische US-Powermetal-Version der Melvins. Ungemein mächtig, cool, böse, und dabei niemals kitschig. Die Soundphilosophie - vermeintlich unterproduziert, aber in Wahrheit von der ersten bis zur letzten Minute auf den Punkt genau richtig - lässt auch vergleiche mit den letzten Alben von Autopsy zu. Im Grunde enthält Yobs "Atma" fast alles, was im (langsamen bis Midtempo-)Metal besonders geil ist. Herausragend finde ich speziell, wie auf dem Album über vier lange Songs die Spannung gehalten wird und man hat die ganze Zeit das Gefühl hat, dass die Band sich noch mühevoll selbst zügelt, um irgendwas zurückzuhalten.
Und im abschließenden "Adrift In The Ocean" lassen die Amis es dann raus. Offene, teilweise sogar schöne Klänge formen einen epochalen Metal-Longtrack mit grandiosem Leadgitarrenfinale für die Ewigkeit. Gewaltig!

Anspieltipps: Adrift In The Ocean, Atma






YOB - The Unreal Never Lived (2005)

Fast alles was man Gutes über "Atma" sagen kann, trifft so auch schon auf das ein paar Jahre ältere Werk "The Unreal Never Lived" zu. Statt einer übergreifenden Dramaturgie, die die ganz große emotionale Tiefe bis zum Schluss hinauszögert, spielen sich hier die Spannungskurven noch mehr in den Songs für sich ab. Derer sind vier, und sie sind alle zwischen neun und über einundzwanzig Minuten lang. Unterm Strich gibt es also neben mächtigem Geranze für die Magengrube also auch mehr Momente zum ehrfürchtigen Schwelgen. Der zwischen Death Metal-Grunts und rauer Power Metal-Sirene variierende Gesang muss auch lobend erwähnt werden. Und was für ein gewaltiger Songbrocken ist "The Mental Tyrant"? Fantastisch! Sound und Stil von Yob haben sich hier bereits gefunden und sollte ich mich zwischen "Atma" und "The Unreal Never Lived" entscheiden müssen, es würde mir das Hirn zerreißen. Wird wohl Zeit, dass der nach Ansicht vieler Fans eigentliche Magnum Opus der Band "The Great Cessation" endlich wieder lieferbar wird, um mich davor zu bewahren.

Anpieltipps: The Mental Tyrant, Quantum Mystic

52 Wochen | 24 | poção mágica

160/365 • poção mágica