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2012-03-20

Sperrmülltage sind schön.

Der Verkehr im Dorf vervielfacht sich durch immer die selben anonymen Transporter mit polnischen Kennzeichen, und sobald man die Luke zum Boden öffnet und beginnt, alte Möbel rauszuschmeißen, versammeln sie sich wie die Hundewelpen unterm Tisch beim Mittagessen..

Mit Metall und Elektroschrott füttere ich aber lieber Entsorger, von denen ich noch Geld dafür bekomme. Bei mir gab's heute in erster Linie Tische, Sitzmöbel, Matratzen, Teppiche...
Ein bisschen Metall ist aber immer ganz lustig, um zu sehen, was so passiert. Letztes mal z.B. hatte ich in einem zugegebenermaßen unüberlegten Moment ein paar kaputte Schlagzeugbecken rausgeschmissen.  Man glaubt gar nicht, wie Leute rennen können, wenn sie es laut scheppern hören!

Heute hatte ich als kleinen Appetithappen für die Eisensammler nur einen kaputten Bürostuhl mit ein paar Aluteilen im Programm. Der stand die ganze Zeit schon schön sichtbar neben mir und ich habe ihn extra lange als Teaser stehengelassen und erstmal schön nach wertlosem Zeug zum Runterschmeißen gesucht.
Als ich ihn dann endlich in die Hand nahm, kamen sie auch sofort angelaufen: "Nicht schmeißen! Nicht schmeißen!" Die Frage, ob ich auch noch eine alte Waschmaschine o.ä. runterwerfen würde, musste ich leider verneinen.

Aber wenn ich ganz ehrlich bin, finde ich, dass das Sperrmüllritual in den letzten zwanzig Jahren doch viel von seinem Charme eingebüßt hat. Anfangs war diese Transporterkarawane ja noch irgendwie witzig, aber allmählich wird die Nummer auch alt.
Ziehen heute noch Kinder auf Schatzsuche durchs Dorf, in der Aussicht, sich um jedes Teil, das ein bisschen glitzert, mit Erwachsenen prügeln zu müssen? Wohl eher nicht.

Immerhin konnte ich heute beim Entsorgen meines alten Sofas noch ein paar Schätze bergen, die irgendwann mal hinten in der Ritze verschwunden waren, nämlich zwei Dekoglöckchen (vermutlich von irgendwelchem Weihnachtsnaschkram), ein voll funktionsfähiger Zollstock, ein unbenutztes Tampon, sowie eine Mark und zehn Pfennig.

Die Münzen habe ich oben auf dem Sperrmüll liegen gelassen. Mal schaun, ob die heute Abend noch da sind.

2012-03-19

PAIN OF SALVATION live in der Markthalle, Hamburg (15.03.2012)

Bevor ich hier diesen Monat vor lauter anderweitiger Beschäftigung noch gar keinen Blogeintrag im März habe, erwähne ich hiermit doch mal kurz das ich vergangenen Donnerstag die fabelhaften Pain Of Salvation auf ihrer Tour zum aktuellen Album "Road Salt Two" in der leider nur halb gefüllten Markthalle erleben durfte.

Pünktlich fuhr ich zu unserem Treffpunkt los, wo kurz nach mir unser Fahrer mit den Karten eintr... nein, halt, die Karten hatte er zu Hause vergessen. Also ging es erst eine Viertelstunde später ins Auto, in dessen CD-Player sich ein Tonträger zu viel befand, der mit Schere, Zange usw. erst einmal langwierig befreit wurde, ehe es dann wirklich Richtung Hamburg ging. Ein strategischer Tankstellenzwischenstopp und ein nochmaliges Kartenvergessen (diesmal im Auto) sorgten dafür, dass wir wirklich punktgenau in dem Moment den Konzertsaal betraten, als die Vorband ihren nicht dritt-, nicht vor-, sondern exakt den allerletzten Ton spielte.
Dem Applaus nach zu urteilen waren sie wohl nicht schlecht. Hmmpff...

Zum Glück war der Headliner den Eintrittspreis aber auch alleine wert. Gut gelaunt und charismatisch versprühten Pain Of Salvation ihr Progrock-Feuerwerk in die Menge, wobei der Schwerpunkt ganz deutlich auf "Road Salt Two" lag, von der neinahe alle Songs gespielt wurden.

Überraschend für jemanden, der die Band noch nie live gesehen hat, wie sehr sich der Gesang des zweiten Gitarristen überhaupt nicht vor Daniel Gildenlöws Stimme zu verstecken braucht. Überhaupt klasse Harmonien, die da angeliefert wurden. Musik stimmt ja sowieso, dazu eine spannende Setlist inkl. einem Stück auf mehr oder weniger obskuren Akustiksaiteninstrumenten und einem Instrumententausch (u.a. der Frontmann am Schlagzeug) im Zugabenteil.

Bühnenaufbau (Drumkit vorne rechts am Bühnenrand, hinten mehrere Podeste) und Lightshow waren auch sehr gut gemacht.

Dass die Markthalle wie eingangs erwähnt nur halb gefüllt war, ist im Grunde schon als frevelhaft zu bezeichnen. Wenn man im Jubel am Konzertende die Augen geschlossen hat, war dies allerdings nicht zu merken. Nein, unter den Anwesenden gab es über diesen Abend ganz klar keine zwei Meinungen.

Spitzenentertainment!