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2009-12-30

Nachtzug vs. Flugzeug

Ich bin ja gerade auf dem Weg nach St. Gallen, erstmals nicht mit dem Zug, sondern fliegenderweise, aber ich kann mich noch nicht entscheiden, was mir besser gefällt...

Auf einer Zugfahrt kann ja erfahrungsgemäß einiges passieren. Dass man allerdings den ganzen Nachmittag am Hamburger Hauptbahnhof herumlungert, obwohl das Wetter hier und auch am Zielort Zürich in Ordnung ist, in Berlin allerdings nicht - davon habe ich bisher noch nichts gehört.

Bin müde und gelangweilt. Und viel zu vollgefressen. Statt einen Gutschein für's Restaurant hätte die Swiss auch gerne ein paar Freiminuten Internet springen lassen können. Die sind hier nämlich gar nicht billig und meine letztes Münzgeld gleich verbraucht... naja, gewöhne ich mich schonmal ein wenig an die Schweiz. ;)

In diesem Sinne: einen guten Rutsch!

2009-12-27

Foto des Jahres 2009

Wenn ich mich entscheiden müsste, welches für mich von mir das eine Foto des Jahres ist, es fiele mir schon schwerer als letztes Jahr... es wäre wohl knapp dieses hier - auch wenn's eines der totgeknipstesten Touristenmotive überhaupt zeigt:

WesterheverevehretseW

Aber die Farbe, die Passgenauigkeit der Doppelbelichtung, das perfekt Unperfekte!
Und das dann auch noch auf meinem allerersten Film in der Diana!
Aufgenommen an einem erinnerungswerten Tag Anfang August... *hach*
Das ist schön. :)

DREAM THEATER - Black Clouds & Silver Linings

- CD review -



DREAM THEATER - Black Clouds & Silver Linings (2009)

Mal abgesehen von der dazu passenden gelungenen Covergestaltung im "Awake"-Stil ist der Titel des neuesten Dream Theater-Albums doch etwas ungeschickt gewählt.
Auf deutsch übersetzt bedeutet "Black Clouds & Silver Linings" nämlich so viel wie "wechselhaftes Wetter". Wenn man das auf die Musik bezieht... ;)

Ok, eines ernsthaft gleich vorweg: wirkliche Graupel- oder Nieselwettersongs gibt's hier natürlich nicht zu hören. Dennoch komme ich nicht umhin, ein wenig Kritik auf hohem Niveau anzubringen, denn tatsächlich gibt's hier doch ein paar kleine Baustellen, an denen es vielleicht noch besser sein könnte, wenn Dream Theater ihren Veröffentlichungsrhythmus etwas verlangsamen und dafür noch mehr Mühe in die einzelnen Alben stecken würden.

Kaum zu beanstanden ist der viertelstündige mit Black-Metal-Elementen und sogar einem Blastbeat aufwartende Opener "A Nightmare To Remember", in dem John Petrucci das Kindheitstrauma eines schweren Autounfalls aufarbeitet. Ein bisschen weniger für den Song eher unerhebliche Instrumentalkapriolen hätten allerdings nicht geschadet. Aber auch so noch sehr stark.

"A Rite Of Passage" kommt etwas ausgewogener daher und ist ein echter DT-Metal-Kracher mit starker Hookline. Kann man problemlos zwischen den Klassikern der frühen Alben hören.

"Wither" hingegen hätte nicht sein müssen. Eine typische, leicht kitschige Petrucci-Ballade, wie es sie schon mehrmals gegeben hat, ohne wesentliche Neuerungen oder ein wirklich hängenbleibendes Gitarrensolo. Kann man hören, doch so richtig weiß ich nicht, was der Song soll. Am ehesten geht er noch als Ruhe vor dem Sturm durch, welcher danach mit "The Shattered Fortress" losbricht.

Als einzelner Track ist dieses Stück teilweise etwas wirr, handelt es sich hier doch um den mit vielen Zitaten geschmückten letzten Teil von Mike Portnoys gr0ßem autobiographischen Konzeptwerk über die zwölf Stufen des Alkoholentzugs, welcher auf "Six Degrees Of Inner Turbulence" begann und dann auf den nächsten vier Alben fortgeführt wurde.
Gut möglich, dass das ganze Ding irgendwann mal live gespielt und aufgezeichnet wird. Ich habe mir's schon einige Male als Playlist angehört. Mein Gesamteindruck: Es ergibt sich ein in sich schon sehr stimmiges über 55-minütiges Konzeptwerk, welches aber insgesamt durch den hohen Geriffe-Anteil und das vielleicht doch nicht ganz so ergiebige Thema etwas repetiv und eindimensional daherkommt. Dementsprechend gefällt mir der vierte Teil, das atmosphärische "Repentance" vom "Systematic Chaos"-Album als größte Abwechslung auch am besten.

Vom "Albumfinale im Album" zurück zum eigentlichen Album.
In "The Best Of Times" erinnert sich Mike Portnoy 13 Minuten lang sehr offen an seinen verstorbenen Vater. Für mich ist es in dieser Form schon fast eine Nummer zu privat und zu viel, ich weiß nicht, ob ich es wirklich so genau wissen möchte. Anderseits gibt es am Ende eines der großartigsten Gitarrensoli der Dream-Theater-Geschichte zu hören, was den Song im Zweifel eindeutig rettet.

Und selbst wenn alle bisher rezensierten Stücke Mist wären, die CD wäre dennoch jeden Cent wert, denn es folgt ja noch das knapp 20minütige "The Count Of Tuscany".
Und dieser Graf hat es in sich - Dream Theater at its absolutely best! Bei dem Song stimmt einfach alles. Dabei halten die Supermusiker ihre Finger zum Teil bemerkenswert still. Der pinkfloydeske Instrumetalpart in der Mitte und das abschließende Finale sind einfach ganz groß. Besser geht's nicht. Klassiker!

Dazu gibt es (in der Version die ich besitze) noch zwei Bonusdiscs.
Eine davon habe ich noch niemals gehört und werde sie vermutlich auch zukünftig niemals einlegen, denn sie enthält das komplette Album als Instrumentalmix. Wer zum Henker braucht so etwas denn? Ein Zugeständnis an die die James-LaBrie-Hasser-Fraktion? Was für ein Quatsch. Sein Gesang ist auf dem gesamten Album tadellos, davon möchte ich nichts missen.
Mike Portnoy hingegen hätte an einigen Stellen doch lieber die Klappe halten können...

An den meisten Stellen ist aber auch der Gesang des Schlagzeugers nicht zu beanstanden. Besonders gilt dies für die von ihm alleine eingesungen Backgroundgesänge des Queen-Medleys auf der anderen Bonusdisc, welche ausschließlich Coversongs enthält.
Trotzdem wären diese mit Beteilung des eigentlichen Sängers sicherlich noch besser geworden. Dafür beeindruckt LaBrie besonders mit seinem exzentrischen Leadgesang in "Lily Of The Valley". Sehr schön!
Die Coverversionen beinhalten neben Queen auch noch Stücke u.a. von Rainbow, King Crimson und Iron Maiden. Erwartungsgemäß setzen DT eher auf ihr äußerst solides Spiel (einen Song wie "Large Tongues In Aspic, Pt. 2" covert man natürlich in erster Linie, weil man's kann) als auf wirklich neue Interpretationen. Aber damit fahren sie gut. Mir gefällt die Bonusscheibe sehr, ich finde an ihr sogar weniger zu nörgeln als am eigentlichen Album.

Doch wie eingangs gesagt: alle Kritik bewegt sich hier wie immer bei Dream Theater auf sehr hohem Niveau. "Black Clouds & Silver Linings" ist zwar nicht mein persönliches Album des Jahres geworden wie seinerzeit "Scenes From A Memory", enthält aber ein paar echte Klassiker und mit "The Count Of Tuscany" sogar ein Klangmonument für die Ewigkeit.

Hmm... was will man eigentlich mehr? ;)

52 Wochen | 52

Die letzten Reste der weißen Weihnacht. War ja wirklich genau getimt dieses Jahr.

White Christmas

So, damit wäre auch dies abgeschlossen. :)

Genau genommen kommt ja noch eine halbe Bonuswoche, aber in der passiert eh nicht mehr viel: zwei Tage arbeiten, einkaufen, Koffer packen, Mittwoch ein bisschen Zug fahren und fliegen und dann am Donnerstag in St. Gallen Silvester feiern, das war's.

2009-12-06

Heute ist Tag 366!

Mit einem Bonustag habe ich heute mein persönliches 365-Tages-Projekt beendet.

Daran, dass ich es durchhalten würde, hatte ich von Anfang an keinen Zweifel, denn von der Sache her ist ja nun wirklich keine besondere Herausforderung, bei offenem Thema jeden Tag ein Digiknipsbild zu machen - solange die Kamera mitspielt natürlich.
Klar gab's manchmal Tage, an denen ich keine große Lust hatte und das erstbeste Foto genommen oder mir erst auf den letzten Drücker etwas aus dem Auslösefinger gesaugt habe. Besonders Schietwettertage, an denen man nicht rauskommt, waren in dieser Beziehung natürlich schwierig. Auch dass ich dieses Jahr so gar nicht verreist bin, war natürlich wenig hilfreich. Und wenn ich mal irgendwo unterwegs war, wo besondere Motive zu erwarten waren, konnte es natürlich auch noch passieren, dass ich einfach mehr Lust hatte, Filmkamera(s) mitzunehmen... Aber darum, jeden Tag eine meisterlich aufgenomme Streetszene mit Eiffelturm im Hintergrund zu fabrizieren, ging's ja auch nicht.

Ich wollte eigentlich einfach nur wissen, was dabei so rauskommt.

Und das waren zu einem Drittel Schwarzweiß-, zu zwei Dritteln Farbfotos, davon u.a.
  • 20 mal meine Katze
  • 22 mal ich selbst bzw mein Schatten oder Teile von mir
  • davon 2 Stativaufnahmen, auf denen ich also etwas anderes tue, als gerade auszulösen
  • 25 Fotos mit dem Titel "gestrypp"
  • 90 zu einem Quadrat gecroppte Bilder
  • 45 Lensbaby-Aufnahmen
  • 55 Nahlinsen-Aufnahmen
  • 1 Aufnahme mit Walimex 440mm-Objektiv
  • 2 Fotos, die es in die Top 100 meiner "interessantesten" und meistfavorisierten flickr-Bilder geschafft haben
  • immerhin 6, die es in die Top 100 meiner meistangesehen Bilder geschafft haben
Weitere Statistiken und Analysen sind mir jetzt zu aufwendig. ;)
Das wichtigste ist: ich finde sie fast alle gut.


Das hässlichste Foto ist wohl dieses:
365 days | 081 | hitlerized tree

Schöne Bilder gibt's dafür einige, dieses z.B.:
365 days | 013 | honigfleth

oder dieses:
365 days | 015 | drops, leaf and tree

oder jene, welche ich hier schon unter dem Titel 52 Wochen vorgestellt habe.

(Da ich mit den 52 Wochen erst im Januar angefangen habe, sind diese natürlich noch nicht ganz abgeschlossen, aber ein Bild pro Woche bekomme ich jetzt auch noch hin.)


Alle 365 + 1 Fotos anschauen hier:

Der Ohlsen - View my '365 days' set on Flickriver

52 Wochen | 49

365 days | 361 | almost

2009-11-30

verdammt...

Beim Durchlesen meiner Transatlantic-Kritik merke ich, dass sie viel zu unbegeistert klingt. ;)

Vielleicht sollte man bei solchen Scheiben einfach nur JAAAAAAAAAAHHH! schreiben, haha.

TRANSATLANTIC - The Whirlwind

- CD review -

Wo waren wir gerade? Genau, bei Songschreibern, die im Grunde seit Jahrzehnten eine musikalische Formel perfektionieren, bei Jesus und bei Alben mit nur einem Song. Da passt es doch, gleich noch ein Review zu einem Album, auf das ich viele Jahre sehnsüchtig gewartet habe, hinterherzuschieben:

365 days | 322 | finally

TRANSATLANTIC - The Whirlwind (2009)

Nach acht langen Jahren hat der Herrgott seinem oftmals penetranten, aber dennoch nach wie vor sympathischen Prediger Neal Morse also endlich erlaubt, zusammen mit Mike Portnoy, Roine Stolt und Pete Trevavas den Progsupergroupzeppelin Transatlantic wieder abheben zu lassen. Die erste Frage, die sich da für alle stellt, die wie ich das Glück hatten, sie 2001 auf ihrer einzigen Europatour erleben zu dürfen ist natürlich: Spielen sie wieder in Hamburg? Bittebittebitte!
Leider noch unbeantwortet...

Also kommen wir erstmal zum neuen (insgesamt dritten) Album. Kann es mit den vorigen Meisterwerken mithalten?
Das können wohl erst die nächsten Jahre zeigen, denn schließlich haben "SMPTe" und "Bridge Across Forever" viele Jahre und Hördurchläufe Vorsprung.

Ganz zweifellos ist "The Whirlwind" grandios und alle Kritik bewegt sich auf hohem Niveau.
So lässt sich z.B. bemängeln, dass der angebliche 70-minütige Song eine Mogelpackung ist. Tatsächlich wurde er in 12 Tracks aufgeteilt und die die Brüche zwischen den Parts sind trotz wiederkehrender Themen z.T. so stark, dass ich nicht das Gefühl habe, einem Stück wie z.B. dem halbstündigen "All Of The Above" vom Debüt zu lauschen. Eher fühle ich mich da an das grandiose letzte Spock's Beard-Album mit Neal Morse "Snow" erinnert. Diese Kritik ist allerdings rein akademisch und macht das Album natürlich keinen Deut schlechter.

Wie bei allen Projekten, an denen er beteiligt ist, wurde "The Whirlwind" natürlich maßgeblich von Neal Morse geprägt. Tatsächlich war es in einer kürzeren Version ja sogar als neues Soloalbum geplant gewesen...
So gibt es einige ganz unverkennbare Morse-Trademarks wie die gleich am Anfang mit dem Hauptthema beginnende Overtüre, der Aufbau des Finales (Instrumentalwurstelhöhepunkt, dann kurzes Durchatmen, Höhenflughymne und am Ende das Reprise des Openers...) und natürlich der Punkt, welcher den Fans diesmal wohl die größten Sorgen bereitete, nämlich die Lyrics. Im Grunde erzählt der Mann seit Snow ja immer die eine gleiche Geschichte und dies gerade auf seinen Soloalben teils mit einer für atheistische Mitteleuropäer sehr befremdlichen inbrünstigen Direktheit, die zurecht nicht jedermanns Sache ist. So sehr ich z.B. die "Testimony"-Live-DVD musikalisch schätze - textlich ist sie stellenweise kaum zu ertragen.

Zum Glück orientiert sich "The Whirlwind" lyrisch eher an den vorigen Transatlantic-Alben. Es fallen zwar viele Metaphern und es ist klar, worum es geht, aber es tut eben nicht weh. ;)

Zurück zur Musik: Wie gewohnt fantastischer, die ganz Großen zitierender Retro-Prog mit tollen Melodien und Gesängen. Alles ist vollgepackt mit Musik, unzählige Spuren türmen sich übereinander, und trotzdem bleibt die Produktion immer glasklar und jedes Instrument ist stets herauszuhören. Angesichts der auf der Bonus-DVD dokumentierten schnellen und teils unkonventionellen Entstehung des Albums (einige Backgroundgesänge wurden z.B. vor einem Dream Theater-Konzert in einem nicht schallisolierten Raum aufgenommen, wären nebenan der Line-Check stattfand) ist das schon beachtlich.

Stilistisch wird genau dort angeknüpft, wo man vor acht Jahren aufhörte. Neu dazu gibt's vor allem einige jazzige Ansätze.
Was für mich persönlich aber Transatlantic bei aller Morse/Portnoy-Dominanz vor allem ausmacht, das ist das präzise kraftvolle Spiel des Marillion-Bassisten Trevavas. Für mich einer der größten Charaktertieftöner überhaupt.

Den Part, wo ich auch nochmal die Gitarre, das Drumming, die Orgeln usw. lobe, spare ich mir jetzt einfach mal. Meine persönlichen Lieblingsteile / Anspieltipps sind bisher "The Wind Blew Them All Away" und "Is It Really Happening?".

Damit hat es sich natürlich noch nicht, denn die Special Edition besitzt natürlich noch eine Bonusdisc. Jene besteht aus vier weiteren Eigenkompositionen und vier (bzw. eigentlich fünf) Coversongs. Fünf, da "I Need You" ein Minimedley aus den gleichnamigen Songs von America und den Beatles ist.
Ehrlich gesagt finde ich diese Disc insgesamt nicht so stark wie das eigentliche Album. Hauptsächlich beeindruckt mich, wo zum Teufel (oder Gott) die Kerle innerhalb von ein paar Tagen überhaupt die Zeit hernehmen, neben einem Riesenkonzeptwerk auch noch nebenbei über 56 Minuten Bonusmaterial aufzunehmen.
Die eigenen Songs sind zwar ok, aber alle eine Nuance zu weichgespült. "The Return Of The Giant Hogweed" ist ein Genesis-Cover der Sorte "Wir spielen, weil wir's können." Das ist natürlich beeindruckend und alles andere als schlecht, aber man würde wohl notfalls auch ohne auskommen.

Die Highlights der Bonusdisc sind für mich das ruhige sehr überzeugend von Mike Portnoy gesungene Procol Harum-Stück "A Salty Dog" und Santanas "Soul Sacrifice". Für Santana-Cover würden mir zwar schon naheliegendere und passendere Gruppen als Transatlantic einfallen, aber dass hier eines der seltenen Studio-Drumsoli von Portnoy zu hören ist, macht dann schon viel Freude.

Fazit: Gute, aber nicht überragende Bonusdisc mit ein paar Längen, dafür ein geniales Hauptwerk, das bei jedem Hören wächst. Die Legende lebt! :)

JESU - Infinity

- real time review -


JESU - Infinity (2009)

Nachdem ich Why Are We Not Perfect? ja nicht so 100%ig perfekt fand, war ich sehr gespannt, was Justin K. Broadrick dem geneigten Hörer mit dem - zumindest für mich aktuell neuesten - JESU-Werk "Infinity" auftischen würde.

Schon das Layout der CD ist wieder einmal äußerst minimalistisch geraten. Und weil der Chef erneut alles selbst gemacht hat und "Infinity" mit "Infinity" auch nur einen einzigen 50minütigen Songbrocken enthält, konnten alle relevanten Informationen kompakt gebündelt und evtl. störende Typographie auch auf ein Minimum reduziert werden.

Ganz so reduziert ist die Musik nicht. Zumindest in der ersten Hälfte des Stückes passiert für Jesu-Verhältnisse ziemlich viel - es gibt zahlreiche Rhythmus- und Themenwechsel, die typische nihilstische Melancholie, aber auch einiges an Aggression. Zum Teil tönen knarzender Bass und (programmierte) Doublebass sogar schon etwas todesmetallisch.
Insgesamt fühle ich mich am ehesten an die "Heart Ache"-EP erinnert, mit einigen groben Old-school-Godflesh-Anleihen.

Zur Halbzeit wird's dann aber abgründig und "Infinity" findet sein extrem langsames Hauptthema, welches sich - nun mit organischem Schlagzeug - in Variationen durch die komplette zweite Hälfte wummert, schleppt und scheppert.
Broadrick singt dazu das Mantra: "I cried when you cried. I'll die when you die. You don't deserve it. You won't deny it." Und was auch immer er damit meint - daran, dass er es ernst meint, gibt es keinen Zweifel.

Auf "Infinity" muss man sich einlassen, sonst kann ein Song, der allein gute zehn Minuten braucht um auszuklingen, natürlich nicht funktionieren. Aber wenn man es tut, dann lohnt es sich!
Trotz der schon im Titel angedeuteten teilweise repetiven Konstruktion des Stückes, wird mir in keiner der knapp 50 Minuten langweilig. Zäher und dabei gleichzeitig intensiver kann Musik kaum sein - ein Meisterwerk, das Fans direkt neben dem selbstbetitelten Debütalbum einsortieren sollten! 100%ige Empfehlung!

Auf der guten alten Fanseite Crumbling Flesh war man übrigens so nett, den Text abzuhören - clevererweise sogar mit Zeitangaben.

Huch, ich wollte ja eigentlich keine "real time reviews" mehr machen, aber nun ist dies versehentlich doch eines geworden. Naja, was soll's... halb so schlimm. ;)

2009-11-10

2009-11-04

Anderseits... (Die gute Nachricht des Tages)

Endlich hat mal jemand die letzte verbliebene NPD-Wahlpropaganda, für die ich mich schon seit Wochen jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit geschämt habe, wenn ich aus dem Dorf herausfuhr, abgenommen.

Ok, ich hab mir ja auch ein paar Mal vorgenommen, mir eine Schere ins Auto zu packen und dann doch nicht dran gedacht. Ging wohl anderen Leuten ebenso.

Ich sag ja immer:
Eine Sache haben die Nazis aus der Geschichte gelernt:
Hoch aufgehängte Plakate halten länger.

Und nicht vergessen, regelmäßig im Hitler-Blog zu lesen! :)

Ernüchterung

Gerade vorgestern hatte ich mich an dieser Stelle noch gefreut, weil die Konzertorganisationspest dieses Jahres endlich überwunden und am 14. November für Das Rote Universum ein Auftritt in Marne an der Hand zu sein schien.

Leider war das Konzert aber doch zu kurzfristig organisiert und musste gecancelt werden. Nachgeholt wird nächstes Jahr.

Wie ich im gelöschten Eintrag von Montag schon schrieb: Wer Weltraummusik macht, braucht mitunter eine galaktische Geduld.

2009-11-02

Das Ende der Echtzeit

Wie im vorigen Post zu sehen, habe ich das Konzept des "real time reviews" beerdigt.
Hat letztendlich nur dazu geführt, dass so einige Scheiben, zu denen ich eigentlich mal ein paar Worte loswerden wollte, sozusagen in der Blog-Warteschlange stehen, weil man sich doch relativ selten sicher ist, dass man gerade jetzt ohne äußere Ablenkungen die CD anhören und gleichzeitig rezensieren kann und es deswegen bleiben lässt.

Inhaltlich hatte ich ja schon nach dem ersten Versuch festgestellt, dass der Ansatz, wirklich immer direkt über die im Moment laufende Musik zu schreiben, überhaupt nicht funktioniert und von da an nur noch "normale" Kritiken mit Zeitlimit getippt.
Und so - nur eben ohne Uhr - werde ich das jetzt auch fortführen.

Meine überwiegend unkritische Meinung zu irgendwelchen CDs braucht selbstverständlich auch kein Mensch wirklich. Ist das reine Geltungsbedürfnis. Aber das ist so ein Blog ja ohnehin an sich. ;)

SPINAL TAP - Back From The Dead

- review -



SPINAL TAP - Back From The Dead (2009)

Eine Gruppe modisch und frisurentechnisch in den Achtzigern hängengebliebener Rockopas, deren größte Zeiten (die 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts) längst hinter ihnen liegen, bringen 17 Jahre nach ihrem letzten und 25 Jahre nach dem vorletzten Album (welches eigentlich nur ein Best-Of war, das eine wenig schmeichelnde Kinodokumentation über die Band begleitete) mit großem Brimborium ihr lange erwartetes (?) Comebackalbum mit dem selbsterklärenden Titel "Back From The Dead" heraus.
Da das eben erwähnte vorletzte Album kommerziell am erfolgreichsten war, wurde es einfach komplett noch einmal aufgenommen und ein paar Bonustracks ergänzt, von denen einige - u.a. der Titeltrack - auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben.

Veredelt wird das Ganze mit einem passenden, ziemlich lächerlichen Cover. Dafür lässt sich die Hülle aber zu einem riesigen Action-Figur-Diorama umbauen, wozu extra ein wenig hilfreicher Anleitungszettel beigelegt wurde. Besser man schaut sich das Instruktionsvideo auf der Homepage an, wo der Erfinder dieses Ungetüms einem den Aufbau erklärt. Sobald das Diorama einmal gerade steht, sollte man es entweder festleimen, aufhängen oder sonstwie fixieren (ich hab's fotografiert), denn ein zweites Mal lässt sich dieser Zustand höchstwahrscheinlich nicht herstellen! Zur dauerhaften Aufbewahrung der CD und einer Bonus-DVD, auf der die Musiker sich und ihre Songs selbst loben, ist das Ding allerdings auch ungeeignet. Es bleibt also ein aufwendig gestaltetes Stück Altpapier.

Abgehalfteter, überflüssiger und lächerlicher geht es kaum.


Spinal Tap dürfen das natürlich trotzdem.

In diesem Album und den vielen Jahren davor spiegeln sich alle unsäglichen Comebackkrämpfe nicht loslassen könnender und darüber zu Karikaturen ihrer selbst verkommener Rockstars, die regelmäßig die Musikszene erheitern und/oder bestürzen.
Spinal Tap sind natürlich durch und durch Karikaturen. Aber wer bis hierher gelesen hat, weiß das wahrscheinlich eh schon. Ansonsten empfehle ich Google und Wikipedia, denn die komplette Bandhistorie hier auszubreiten, würde den Rahmen hier etwas sprengen.

Aber Persiflage alleine reicht natürlich nicht als Existenzberechtigung, dafür sorgt schon Axl Roses "Chinese Democracy", welche in diesem Sinne als Realsatire natürlich nicht zu schlagen ist.

Hat "Back From The Dead" also in der Welt der Lebenden überhaupt irgendeinen Sinn?
Für mich eindeutig JA. Es ist natürlich kein Must-Have, ohne das man gar nicht auskommt, insbesondere wenn man die Blaupause "This is Spinal Tap" schon besitzt.

Aber die meisten Songs sind ja nunmal doch irgendwie einfach gut und es ist schon nett, sie einmal in modernerem Soundgewand zu hören. Grundlegendes hat sich zumeist nicht geändert, was soll man an "Big Bottom" oder "Stonehenge" auch schon großartig verbessern?
Einzig "(Listen To The) Flower People" und "Sex Farm" wurden deutlich umarrangiert und sind nun passend zu den Lyrics als Reaggea- bzw. Funkversion zu hören, was insbesondere bei einigen jamesbrownesken Passagen viel Spaß macht.

Von den neueren Tracks sind vor allem das für Live Earth geschriebene "Warmer Than Hell" und der Titeltrack erwähnenswert. Vielleicht hätte man ein paar Stücke noch durch Remakes von Songs des meiner Meinung nach fantastischen Albums "Break Like The Wind" ersetzen können? ;)

Fazit: Man muss schon Fan sein und wissen, dass man hier ausgepresst wird, aber dann funktioniert "Back From The Dead" durchaus.


Anschließend hier noch aus gegebenem Anlass aus der staubigsten Ecke meiner CD-Sammlung das Originalcover der Slaughter-Scheibe "Not Dead Yet" (1992):


Sowas.

2009-10-10

Cynic im Logo, Fotos

Bin etwas blogfaul geworden in letzter Zeit... aber hier sind nun endlich die Fotos zum Cynic-Konzert am 1. September.

Mit der Adox Golf ist Livefotografie ja immer eine Herausforderung, und die habe ich auch schon besser gemeistert. Aber was soll's, die besten Bilder - und vor allem Klänge! - sind eh im Kopf. ;)

Paul Masvidal & Robin Zielhorst (Cynic)

Sean Reinert (Cynic)

Paul Masvidal & Tymon (Cynic)

Alle 8 Bilder HIER!

2009-09-17

I'm a drummer in a band...

Gerade gefunden.

Wie geil! :)

Alles wieder da!

So eine flickr-Accountbetäubung ist schon doof. In der fotocommunity oder bei meinem SternVIEW-Schnarchaccount würde mich das längst nicht so wurmen. ;)

Schön wieder da zu sein! :)

Fortan werde ich meine Bilder vorsichtiger einstufen.

Ähnlich wie die auf "privat" gestellten Fotos in einigen meiner und Konzert-, Festival- und Ausflugs-Alben, sind meine "mittleren" Inhalte zwar nun für Nicht-Mitglieder im öffentlichen Bereich unsichtbar, aber unter diesem Gästepass kann man sie weiterhin betrachten:
http://flickr.com/gp/derohlsen/26CKe8

2009-09-15

Flickrpause wegen Sex und Gewalt :-(

Falls sich jemand wundert, dass hier kaum noch Bilderlinks funktionieren:

Mein flickr-Account macht derzeit Sendepause. Weil eins, zwei Nippel und Hintern (nichts was man im westeuropäischen Alltag nicht täglich sehen würde) von mir nicht als böse genug eingestuft habe, wurde mein kompletter unberechenbarer Fotostream mit all seinen pädopornösen Landschaften. Leuchttürmen, Tieren, Autos, Gestryppen und all den anderen Abartigkeiten vorerst auf Eis gelegt.

Eine feine Antwort darauf, dass ich mein Abo gerade erst kürzlich um zwei Jahre verlängert habe, wirklich. :(


Aber es gibt ja nun einmal Regeln.

Blöd nur, dass diese sehr schwammig und so je nach Kulturraum frei interpretierbar sind. Angesichts der unzähligen Aktbilder, die man auf flickr ja nun wirklich überall finden kann (und ich rede jetzt nicht von Pornogruppen, sondern von harmlosen, ganz normalen Nackedeibildchen aller Art) war meine Interpretation immer:
einfach nur nackig = unbedenklich
primäre Geschlechtsteile = mittel
primäre Geschlechtsteile in Aktion = eingeschränkt

Irrtum, in Wahrheit - jeder der flickr ein wenig kennt, darf jetzt gerne lachen - sind die Regeln folgendermaßen:

"Abbildungen von weiblichen Brüsten, nackten Pos oder Pos
in String-Tangas, Nacktheit durch durchsichtige Kleidung,
etc. müssen als "mittel" eingestuft sein.

Geschlechtteile/Schambehaarung, Fetischinhalte oder andere
sexuelle Inhalte, etc. müssen als "eingeschränkt"
eingestuft sein."


Dummerweise steht das nirgendwo auf der Seite, sondern man erfährt es erst auf Nachfrage per Mail, wenn man schon administrativ stillgelegt wurde. Super.

Und dies passiert vermutlich auch nur dann, wenn irgendein ein Arsch einen verpetzt. Sonst sähe es auf flickr ja wohl anders aus.


So zum Beispiel:

(hmm, flickr kann eindeutig besser Bilder verkleinern als Blogger...)


Es gäbe an dieser Stelle eigentlich auch noch ein paar positive Dinge zu vermelden, aber ich bin jetzt angepisst und will gleich die Simpsons kucken, also verschiebe ich das genau wie zig weitere ausstehende Blogposts auf die unbestimmte Zukunft.

2009-09-02

Cynic im Logo, Hamburg (01.09.2009)

Om shrim maha lakshmiyei swaha om, war das ein feiner Abend!

365 days | 271 | paulseanrobintymon

Nach Wacken 2008 und dem Auftritt als Support von Opeth im Dezember, hatte ich gestern erstmals die Gelegenheit mir in Hamburg eine Cynic-Headlinershow anzuschauen.

Und was soll ich sagen? Die Fahrt (plus ewige Parkplatzsuche) hätte sich erwartungsgemäß natürlich kaum noch mehr lohnen können!
Für eine Band, die musikalisch so vom anderen Stern und menschlich so zum Anfassen ist, erwies sich das Logo als passende Location. Dem In-ear-monitoring sei Dank standen noch nicht einmal Monitorboxen zwischen Cynic und ihren Fans. Und dadurch, dass Sean Reinert ja gerne statt in der Bühnenmitte an deren linken Rand spielt, konnte ich dem Meister nur eine Armeslänge vom Drumkit entfernt auf die Finger schauen. Das hatte schon was.

Das Set bestand aus allen Songs der Comebackscheibe "Traced In Air" - zu meiner besonderen Freude auch inkl. dem nur selten live gespielten "Nunc Stans" und dem in der Markthalle ausgesparten Kracher "The Unknown Guest" - und einem Großteil der Klassiker von "Focus".
Wenn ich mich nicht irre, fehlten nur "I'm But A Wave To..." und ausgerechnet das ideale Finale "How Could I?". Letzter Song hätte eigentlich gespielt werden sollen, aber Sean war offenbar leider gesundheitlich etwas angeschlagen, wie ihm gegen Ende auch schon anzusehen (nicht anzuhören!) war, und er konnte einfach nicht mehr. Das war dann auch der einzige kleine Dämpfer.

Da ihm das sehr leid tat, mischte er sich nach dem Auftritt dann auch besonders schnell zum Plaudern und Sachen bekritzeln unters Volk.
Eigentlich bin ich ja nicht so der Autogrammsammler, aber das Logo gab ein paar übriggebliebene Tourplakate aus, von denen ich mein signiertes Exemplar sicherlich immer in Ehren halten werde!

Hach, es war ein geiles Konzert. Beim nächsten Gastspiel im Norden bin ich gewiss wieder dabei.


Als Vorband spielten übrigens die Hamburger Balboa Inn, welche diese ja eher undankbare Aufgabe ganz ordentlich meisterten, obwohl sie stilistisch vielleicht nicht ganz die passendste Wahl waren. Die fünf Jungs (inklusive Cellisten) machten ihre Sache aber gut, vor allem der tv-total-erfahrene Sänger und der im letzten Song kräftig aufsolierende Drummer wussten Akzente zu setzen.


Evtl. kommen von dem Konzert noch ein paar Fotos von mir. Allerdings habe ich mal wieder mutig mit Vintagehardware geknipst (Adox Golf) und kann deshalb noch nichts versprechen. ;)


[EDIT 10.10.2009: Fotos sind da!]

2009-08-30

52 Wochen | 35

365 days | 264 | red \ white

THE MARS VOLTA - Octahedron

- real time review -



THE MARS VOLTA - Octahedron (2009)
Ich muss schon zugeben, dass ich sehr gespannt war, wie The Mars Volta nach der ebenso wahnwitzigen wie düsteren Tour de Force "The Bedlam In Goliath"mit dem aktuellen Album"Octahedron" weitermachen würden.
Könnte dieses Energielevel tatsächlich gehalten werden? Vermutlich, wenn man gewollt hätte. Mastermind Omar Rodriguez-Lopez hatte jedoch anderes im Sinne und trat diesmal kräftig auf die Bremse. Das Ergebnis ist so etwas wie der vollkommene Gegenentwurf zu Bedlam, allerdings innerhalb des marsvoltamusikalischen Kosmos, versteht sich.

Das Konzept war offensichtlich, herauszufinden, wie weit sich die Musik der Gruppe reduzieren lässt, ohne ihre Identität zu opfern. Und das ist erstaunlich weit. So wurden zwei Bandmitglieder komplett beurlaubt, es finden bis auf das Finale keine Bläser statt. Wo die Stimme Cedric Bixler-Zavalas zuletzt noch beinahe bis zur Unkenntlichkeit durch unzählige Effekte gejagt wurde, klingt er diesmal oftmals erstaunlich entspannt und gefühlvoll. Am auffälligsten ist, wie sehr hier das Trommelmonster Thomas Pridgen gebändigt wurde. Nachdem das letzte Album ja auch als 75minütiges Drumsolo im besten Billy-Cobham-Stil funktionierte, lag er bei großen Teilen von "Octahedron" offensichtlich gefesselt in der Ecke. Tatsächlich kommt die Hälfte der Tracks fast oder sogar vollständig ohne Drums aus! Und gerade diese Stücke wie "With Twilight As My Guide" oder "Copernicus" erweisen sich sogar als Höhepunkte des Albums.

Natürlich gibt es auch wildere Momente, welche jedoch im Vergleich zu den vorigen Alben schon fast verhalten ausfallen. Die Basis von "Octahedron" ist eben nicht Chaos oder Panik, sondern Stille, und gebremster Schaum somit vollkommen ausreichend.
Aus dieser Stille schält sich der Opener "Since We've Been Wrong" heraus, und in diese kehren The Mars Volta immer wieder zurück.

Das Album ist aber nicht nur ruhiger, sondern auch kürzer, sowohl was die Gesamtspieldauer, als auch was die einzelnen Tracks angeht. Die Songs sind fast alle nach traditionellem Strophe-Refrain-Prinzip strukturiert, es bleibt fast immer kontrolliert und selbst einige Songtitel kommen tatsächlich in den entsprechenden Refrains vor. Es ist also alles ziemlich nachvollziehbar geworden.

Ein poppiger Ausverkauf also?
Nein, das würde ich nicht sagen. Bei vielen Bands könnte man ähnliche Ansätze vielleicht so betrachten, aber für The Mars Volta ist es wohl gerade etwas sehr neues, experimentelles, gewagtes, im Zweifelsfall vielleicht sogar kommerziell riskantes, mal nicht musikalisch vollkommen durchzudrehen.

Trotzdem ist "Octahedron" in keinem Moment weniger The Mars Volta als "The Bedlam In Goliath" oder "Amputechture", was natürlich vor allem eines bedeutet, nämlich: dieser Tonträger ist brilliant!

Absolute Kaufempfehlung.

2009-08-29

Silver Run - 200 Minuten Multitasking

Vor einiger Zeit postete ich hier ja mal ganz stolz meinen Jogging-Ausdauerrekord von 110 Minuten. Was ich dabei unerwähnt ließ, ist, dass ich meine handlichste Plastikknipse, die "Silver Cam" (ausnahmsweise mal nicht im Pseudorama-Modus) dabei hatte und während des Laufens den Film vollgeknipst habe.
Einige Tage später habe ich ihn dann innerhalb von 90 Minuten bei anderer Streckenführung erneut belichtet.

Dem ganz aufmerksamen Beobachter wird u.a. auffallen, dass es rund um Reher ziemlich viele Windkraftanlagen gibt, dass ich mitten auf einer gesperrten Bundesstraße unterwegs war, dass mich beide Strecken über eine Brücke führten und dass ein Zirkus mit Kamel und Lama im Dorf zu Gast gewesen ist.

Andere halten die ganze Aktion vermutlich einfach nur für Quatsch. ;)

Der Ohlsen - View my 'Silver Run' set on Flickriver

2009-08-21

Wewels-Rock-City 2009

Letztes Jahr war ein ausgefallener Gig In Itzehoe, dieses Jahr ein ebensolcher in Kiel Schuld, dass ich Zeit hatte, beim Wewels-Rock-City-Festival den Live-Fotomaten zu machen. Zumindest habe ich noch einigermaßen sinnvolle Alternativbeschäftigungen, wenn meiner Band Auftritte gecancelt werden...
Und das W-R-C, diesmal erstmals an zwei Abenden, war auch wirklich eine feine Sache. Und ein paar Minuten lang habe ich immerhin auch Schlagzeug gespielt. Das heißt allerdings nicht viel, da an dem Riesenkit mit zwei Hockern eigentlich jeder mal durfte. *g*

In erster Linie habe ich aber Bilder fabriziert. Samstag war ich in Experimentierlaune und habe erstmals Livefotos mit dem Lensbaby 2.0 geknipst. Schwierig, weil man mit dem Fokussieren ja kaum nachkommt, aber gar nicht übel, wenn's klappt. :)

Alle 170 Fotos gibt es unter diesem flickr-Gästepass zu sehen!

W-R-C 031
W-R-C 089
W-R-C 091
W-R-C 131
W-R-C 146