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2008-05-09

Holga 135BC - Die Kraft der Schwarzen Ecke

Diese Woche war es endlich soweit: Ich habe meine Filme + Abzüge aus Japan zurückbekommen!
Die Firma Superheadz hatte mir (genau wie vielen anderen Flickr-Knipsern) ja eine Kleinbild-Holga geschenkt, dafür, dass ich ihnen 5 Ferrania-Buntfilme vollschieße, aus denen sie dann evtl. ein paar Samplebilder verwenden dürfen.

Aus diesem Anlass möchte ich doch mal ein paar Worte zu dem Teil verlieren.

Holga 135BC

Zunächst einmal die Puristenfrage: Ist die Holga 135BC überhaupt eine echte Holga?

Einige der zahlreichen Holga-Gruppen auf flickr lassen ja keine mit ihr gemachten Bilder zu, kein Wunder angesichts der Engstirnigkeit vieler Holgaknipser, die ja oftmals schon meine Holga 120GFN wegen der Glaslinse als nicht fundamentalistisch rein genug empfinden.

Es gibt auf jeden Fall genügend Argumente für und gegen die Kategorisierung als echte Holga. Letztendlich liegt es wohl an jedem selbst, welche davon er am stärksten gewichtet.

pro:
  • das original Holga-Objektiv mit original Plastiklinse
  • der original nutzlose Sonne/Wolken-Blendenumschalter
  • der an original ungünstiger Stelle gelegene Normal/Bulb-Schalter
  • keine Auslösesperre nach Belichtung --> einfacher Doppelbelichtungsmodus
  • die gesamte "edle" Verarbeitung
  • der im Verhältnis dazu gnadenlos überteuerte Preis (es sei denn, man bekommt sie geschenkt *g*)
  • die Bildanmutung mit zum Rand hin zunehmender Unschärfe und Verzeichnung (dazu weiter unten mehr)
contra:
  • naja, Kleinbild statt MF eben, mit den damit verbundenen Unterschieden
  • Auslöser an gewöhnlicherer (und somit holga-untypischer) Stelle
  • keine Holgarama-Freiheit, Film muss bis ganz zur nächsten Bildposition weitertransportiert werden
  • keine Original-Vignettierung, da diese außerhalb des Kleinbild-Formats liegt
Gerade der letzte Punkt - überhaupt keine Vignettierung bei einer Holga - ist natürlich ein erheblicher Mangel. Deswegen war der Hersteller so schlau, eine kleine halbtransparente Maske in den Lichtschacht einzubauen, welche eine künstliche Vignette erzeugt. Daher auch das "BC" (="black corners") im Namen!

Also schauen wir uns doch zunächst einmal diese Fake-Vignette an. Sie ist schon sehr deutlich, unbestritten auffälliger als oftmals bei der Glaslinsen-Holga.
Gerade deswegen gefällt sie mir allerdings meistens auch sehr gut. Hier ein Beispiel:

*

Bei einigen Fotos mit extremem Gegenlicht kann es jedoch dazu kommen, dass die Maske in ihrer Durchscheinbarkeit als Fake erkennbar ist. Zwar auch irgendwie interessant, aber eben auch etwas seltsam:



Und gefällt mir die Knipse nun insgesamt?

Speziell bei meinem Exemplar bockt das Transportrad oftmals und lässt sich nur bei angedrücktem Auslöser (und zugehaltener Linse) bewegen. Das nervt zwar, aber an solche Dinge gewöhnt man sich schnell.

Das Fotografieren selbst macht mit dem Ding auf jeden Fall Spaß. Auch wenn sie ein unschärferes Bild als die GFN macht, ist sie eine nette Alternative, wenn man Lust hat, echte Holgabilder im KB-Format zu schießen.

Als Ersatz für meine bisherige Lieblingskleinbildplastikkamera, die Chupa Chups Photo Pop, taugt sie allerdings nur bedingt. Denn auch wenn man mit der CCPP nicht fokussieren kann, scheint sie mir durch ihren weiteren Winkel und die größere maximale Schärfe für entfernte, großflächige und mit vielen Details ausgestattete Motive tendentiell besser als die Holga 135BC geeignet zu sein.

Deren Stärke sind nach Sichtung meiner bisherigen Resultate wohl eher die näheren, reduzierteren Motive. Und vor allem die Doppelbelichtungen!

Dafür habe ich auf flickr auch gerade schon ein paar schöne Beispiele gepostet:



fugitive thought

tower

Man / Woman

textures

Fazit: Ich weiß zwar wirklich nicht, ob ich sie mir zum "normalen" Preis kaufen würde, aber eine anständige Toycam mit großem Potential und eigenem Charme ist die 135BC auf jeden Fall.

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